Garantierte
Durchführung
CAS Schulsozialarbeit
Fokus Bildungsgerechtigkeit und Kooperation
Die Schulsozialarbeit bietet eine niederschwellige und beziehungsorientierte Anlaufstelle im schulischen Alltag. Eine Tätigkeit in diesem komplexen Handlungsfeld der Sozialen Arbeit setzt spezifisches Wissen und Können voraus. Der CAS Schulsozialarbeit vermittelt entlang der Kinderrechtskonvention und den Konzepten der Bildungsgerechtigkeit professionelle Kompetenzen und fördert die Kooperation zwischen Berufseinsteigenden und schulischen, schulnahen sowie familienergänzenden Fachstellen – durch den direkten persönlichen Kontakt mit deren Vertretungen im Rahmen des Kurses.
Abschluss
Certificate of Advanced Studies CAS in Schulsozialarbeit (15 ECTS-Punkte)
Dauer
19 Tage, berufsbegleitend während 10 Monaten
Die Anzahl der Tage kann je nach Durchführung variieren. Es gilt der aktuelle Terminplan.
Kosten
CHF 7200.– inkl. Unterlagen, Leistungsnachweisen und Zertifikat (Preisänderungen vorbehalten)
«In dieser abwechslungsreichen Weiterbildung habe ich viele neue Inputs zu verschiedenen Arbeitsmethoden der Schulsozialarbeit erhalten – sei es zur Gesprächsführung oder zur Resilienzförderung.»
Pascal Schwarzhans, Absolvent

Studienbeschreibung
Als Fachstelle innerhalb einer Schule steht die Schulsozialarbeit nicht nur den Lernenden zur Verfügung, sondern auch deren Lehrpersonen und Familien. Sie leistet einen Beitrag zur Stärkung des Schul- und Familiensystems und prägt die Schul(haus)kultur mit.
Der Zertifikatskurs (CAS) Schulsozialarbeit thematisiert ausgehend von fachlichen Rahmungen und organisationalen Spezifika unterschiedliche Krisen und Herausforderungen der Lernenden. Zudem widmet er sich vor dem Hintergrund aktueller Trends und Themen der Frage, was zur Förderung ihrer Integrität und ihres Wohlbefindens beiträgt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die kokreative und kooperative Bearbeitung von Aufträgen in der systemisch-lösungsorientierten Schulsozialarbeit. Unter Anwendung realer Fallbeispiele finden an den Unterrichtstagen Austausch sowie Vernetzungsarbeit mit Fachstellen-Vertretungen statt. Ebenfalls werden konkrete Methoden und Praxisinstrumente vermittelt, die für die Arbeit mit Kindern bis zu erwachsenen Lernenden adaptierbar sind.
Studieninhalte
I Fachliche Rahmungen: Einführung in die Schulsozialarbeit und Dokumentation, Berichtwesen und Evaluation
- Einführung in das Handlungsfeld der Schulsozialarbeit
- Dokumentation, Berichtwesen und Evaluation, Bedarfserhebung in der SSA
II Krisen und Herausforderungen im schulischen und ausserschulischen Kontext
Krisenbegriff im Allgemeinen
- Merkmale von Krisen, Krisenbearbeitung
- Krisen frühzeitig erkennen und entsprechend intervenieren
- Selbstfürsorge in der Krisenintervention
Zivilrechtlicher Kindesschutz
- Relevante Aspekte im Kindesschutzverfahren für die SSA
- Rolle und Zuständigkeit der SSA in Kindesschutzverfahren
- Kindeswohl und dessen Gefährdung
Krisenintervention in der Schulsozialarbeit
- Suizidalität
- Mobbing
- Sexualisiertes Verhalten unter Schülerinnen und Schülern
III Integritätswahrung und Förderung von Wohlbefinden
Psychische Gesundheit
- Seelisches Wohlbefinden als zentrale Voraussetzung für die Bewältigung von Schwierigkeiten in der Entwicklung
- Förderung der Resilienz, Verhinderung und Bearbeitung von Schulabsentismus
Kinderrechte, Menschenrechte und Capability Approach
- Potentiale von Lernenden fördern
- Anerkennung und Achtung von Kinderrechten fördern
Förderung von Lebenskompetenzen
- Kompetenzorientierung im Lehrplan
- Wie kann die Schulsozialarbeit die Schule in der Förderung der Lebenskompetenz unterstützen?
Besonders vulnerable Lernende
- Aufwachsen und Leben unter hinderlichen Voraussetzungen
- Unterstützung besonders vulnerabler Lernenden durch die Schulsozialarbeit
- Beitrag der Schulsozialarbeit zur Bildungs- und Chancengerechtigkeit
KI in der Bildung
- KI-Tools für die Schule, Prompting und Tools für die Fallarbeit der SSA
- Chancen und Risiken von KI in der Bildung
- DeepFake, Cybermobbing und Medienbildung
IV Kooperation/Ko-Kreation
Intraprofessionelle Vernetzung
- Kooperation von Schulsozialarbeit, Schulsozialpädagogik, Schulische Heilpädagogik
- Synergien, Zuständigkeitsgrenzen und gemeinsames Wirken
Kooperation und Ko-Kreation von Schule und Schulsozialarbeit
- Wirkung und Potential von Kooperation und Ko-Kreation von Schulsozialarbeitenden und schulischen Mitarbeitenden
- Austausch mit Schulleitungen und Ausbildungsverantwortlichen der Pädagogischen Hochschule
Kooperation mit Erziehungsverantwortlichen
- Eltern erreichen und gelingende Gespräche führen
- Eltern für die Zusammenarbeit gewinnen
Interprofessionelle Netzwerknutzung in Krisensituationen
- Koordiniertes und professionelles Planen und Handeln in Krisensituationen
- Interdisziplinäre Lösungen zu konkreten Fallbeispielen
V Methoden der Schulsozialarbeit
Beratung und Gesprächsführung
- Zentrale Theorieansätze und deren theoretische Ausformung als Mittel, um auf unterschiedliche Beratungskontexte und -settings angemessen reagieren zu können
- Reflexion des methodischen Vorgehens – sowohl in Bezug auf die Face-to-Face-Beratung als auch in der Vermittlung bei Konflikten in Grossgruppen
Soziale Gruppenarbeit
- Gruppen wie z.B. Schulklassen und Peer-Groups als «Sozialisationsagenturen»
- Gruppendynamische Muster, Gruppenzyklus, rollenspezifische Erwartungen
- Gruppenbezogenes Know-how selbst «ausprobieren»
Gruppen- und Klasseninterventionen
- Zur Bearbeitung von aktuellen Konflikten der Gruppe/Klasse
- Zur Stärkung von Sensibilisierung, PeertoPeer-Unterstützung und Prävention
- Beitrag der Schulsozialarbeit in der Schul- und Gemeindeentwicklung
Abschlusskolloquium
- Integration der Lerninhalte
- Präsentation der individuellen Leistungsnachweise mit Praxistransfer
Zielgruppe und Zulassung
Zielgruppe
Der CAS Schulsozialarbeit richtet sich an praktizierende Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sowie an interessierte Fachpersonen aus der Sozialen Arbeit, die beabsichtigen, in dieses Berufsfeld einzusteigen.
Zulassung
Zugelassen sind Personen mit:
Anerkanntem Tertiärabschluss (Universität, Fachhochschule oder Höhere Fachschule) in Sozialer Arbeit: (BSc oder MSc Soziale Arbeit (OST, ZHAW, FHNW, BFH, HSLU), Sozialpädagogik (Uni))
oder
Anstellung in der Schulsozialarbeit
Bewerberinnen und Bewerber, die über vergleichbare Abschlüsse und entsprechende Berufserfahrung verfügen, können auf Basis einer individuellen Prüfung des Dossiers aufgenommen werden.
Da der Kurs E-Learning gestützt ist, werden grundlegende PC- und Social-Media-Kenntnisse vorausgesetzt.
Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens
Für Teilnehmende ohne Hochschulabschluss ist das Seminar Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens im Sinne einer Nachqualifikation obligatorisch.
Abschlusskompetenzen
Nach Abschluss dieses Kurses
- positionieren Sie sich als Schulsozialarbeiterin/Schulsozialarbeiter mit einem spezifisch geschulten Kompetenzprofil;
- wissen Sie, wie Sie mit Lernenden zu unterschiedlichen Themen professionelle Gespräche führen sowie ein- oder mehrmalige Gruppen- und Klasseninterventionen durchführen;
- verfügen Sie über fundiertes Wissen und praxisorientierte Kompetenzen, um Lernende in ihrem Wohlbefinden und ihrer Integrität systemisch und lösungsorientiert zu fördern;
- argumentieren Sie in Ihrer Praxis fundiert auf der Grundlage Ihrer Kenntnisse zu Faktoren des Wohlbefindens und der Integrität von Lernenden;
- sind Sie in der Lage, komplexe Fallsituationen im Spannungsfeld von Schule und Familie professionell zu unterstützen und zu begleiten;
- können Sie Kooperationen systematisch aufbauen und diese gezielt für Ihre Fallarbeit nutzen;
- haben Sie sich mit verschiedenen relevanten Themen der Schulsozialarbeit auseinandergesetzt und verfügen dank der Unterrichtseinheiten über fundierte Grundlagen sowie Nachschlagemöglichkeiten für eine individuelle Vertiefung;
- sind Sie durch Ihre Teilnahme an den CAS-Unterrichtstagen mit Fachstellen aus dem Umfeld der Schulsozialarbeit vernetzt und können diese bei Bedarf fallspezifisch einbeziehen;
- haben Sie sich praxisorientiert mit Methoden und Instrumenten vertraut gemacht, die Sie in Ihrem Berufsalltag sicher anwenden können.
Kursleitung
Martina Good
ISAL Institut für Soziale Arbeit im Lebensverlauf Wissenschaftliche Mitarbeiterin
+41 58 257 18 39 martina.good@ost.ch
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