«Orpheus»-Projekt

Gedanken zum Lebensende von älteren Menschen im Kanton Thurgau – eine multimethodisch qualitative Studie

Older persons’ thoughts about the end of life – a qualitative multi-method study

 

«In diesem Projekt greifen wir ein gesellschaftliches Bedürfnis auf - den gemeinsamen Diskurs über die Wünsche und Bedürfnisse älterer Menschen in Bezug auf das Lebensende zu eröffnen und zu fördern.»

Prof. Dr. Andrea Kobleder

Ältere multimorbide Menschen werden in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich die Hauptempfängerinnen und -empfänger von Palliative Care sein. Nichtsdestotrotz ist das Wissen über ihre Palliative Care Bedürfnisse und ihr Zugang zu Palliative Care nach wie vor aus verschiedenen Gründen begrenzt: (1) Gebrechlichkeit und nicht-bösartige Erkrankungen tragen zu einem unvorhersehbaren Sterbeverlauf bei, der die Identifizierung von Palliative Care Bedürfnissen und den Beginn der Lebensendphase erschwert, (2) die Palliative Care Dienste waren in der Vergangenheit auf einzelne Krankheiten fokussiert und (3) altersbedingte strukturelle Ungleichheiten erschweren den Zugang zu Pflegeleistungen.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die nach wie vor hartnäckige Tabuisierung des Lebensendes und des Sterbens in der Bevölkerung – auch im Alter.  Die suboptimale Kommunikation rund um das Thema Lebensende bei älteren Menschen ist seit über zwei Jahrzehnten bekannt, konnte aber bislang noch nicht behoben werden.

Es liegen in der Schweiz noch keine qualitativen Studien vor, die die Gedanken von älteren Menschen in Bezug auf ihr Lebensende umfassend untersucht haben. Das geplante explorative Forschungsprojekt möchte diese Forschungslücke aufgreifen. Das Ziel des «Orpheus» -Projekts ist, die Gedanken rund um die Gestaltung des Lebensendes aus der Sicht von älteren Menschen im Kanton Thurgau und ihren Angehörigen zu untersuchen. Dazu werden verschiedene Plattformen geschaffen, die die Sensibilisierung und den offenen Dialog zum Thema Lebensende im Alter fördern sollen.

Zur Beantwortung der Forschungsfragen wird ein multimethodisches qualitatives Forschungsdesign angewendet. Die konkrete Vorgehensweise wird in der untenstehenden Abbildung gezeigt.

Erzählcafés und Improvisationstheater dienen einem möglichst offenen, explorativen Zugang zum Thema. Themen, die sich dabei herauskristallisieren werden in Familieninterviews vertieft. Die generierten Daten werden in einem mehrstufigen Prozess unter Einbezug relevanter Stakeholder synthetisiert. Die Ergebnisse werden im Rahmen von Gesellschaftsanlässen der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei werden Diskussionsplattformen geschaffen, um die Ergebnisse einerseits zu validieren und gegebenenfalls weiter zu vertiefen.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen (AZK) und dem Spitex Verband Thurgau durchgeführt. Die Rekrutierung von Teilnehmenden erfolgt durch die Pflegeexpertinnen bzw. Pflegeexperten dieser Organisationen. Alle interessierten Personen (Betroffene >65-Jahre und deren Angehörige) sind eingeladen, am Projekt teilzunehmen.

 

Projektstart                                                       08/2024

Datensammlung und -analyse                 10/2024-10/2025

Synthese                                                            10/2025-04/2026

Gesellschaftsanlässe                                   05/2026-12/2026

Projektabschluss                                            01/2027-06/2027

Finanzierung

Mit freundlicher Unterstützung durch die Gloria Grathwohl Palliativ-Stiftung

In Zusammenarbeit mit:

Kontaktdaten

IPW Institut für Angewandte Pflegewissenschaft
Kompetenzzentrum OnkOs
Rosenbergstrasse 59, Postfach
9001 St.Gallen, Switzerland

T +41 58 257 15 33 
onkologie@ost.ch 
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