Wie gelingt hybride Teamarbeit in Projekten?
Autor: Prof. Dr. Franziska Weis
In vielen Unternehmen ist hybride Teamarbeit längst Realität. Teams treffen sich zu Beginn vor Ort, arbeiten anschliessend überwiegend virtuell zusammen, wobei sich einzelne Teammitglieder am gleichen Standort auch persönlich abstimmen, und schliessen das Projekt am Ende wieder gemeinsam in Präsenz ab. Diese Mischung macht hybride Zusammenarbeit anspruchsvoll.
Hybride Teams brauchen bewusste Gestaltung
Hybride Teams sind nicht einfach Präsenzteams mit einzelnen Homeoffice-Tagen. Ihre Konstellationverändert sich fortlaufend: Mal arbeiten alle verteilt, mal treffen sich einzelne Teammitglieder persönlich, mal ist jemand allein remote eingebunden. Dadurch verändern sich Kommunikationswege, Informationszugänge und Abstimmungsbedarfe laufend (Handke et al., 2024).
Die Startphase ist entscheidend
Wenn sich Teams zu Beginn persönlich treffen, entstehen Vertrauen, Rollenverständnis und gemeinsame Erwartungen. Gerade in internationalen Projekten schafft ein physischer Kick-off die Grundlage für die spätere virtuelle Zusammenarbeit. Ohne diese Basis steigt das Risiko von Missverständnissen und unklaren Verantwortlichkeiten.
Kommunikation muss zur Aufgabe passen
In der virtuellen Phase reicht gute Technik allein nicht aus. Erfolgreiche Teams klären früh, welche Themen synchron und welche asynchron bearbeitet werden. Für komplexe oder konfliktanfällige Aufgaben sind Videokonferenzen oder persönliche Treffen meist geeigneter, während einfache Informationsweitergabe auch per Chat, E-Mail oder gemeinsamen Dokumenten funktioniert (Dennis et al., 2008).
Teilgruppen vermeiden, Einbindung sichern
Ein besonderes Risiko hybrider Zusammenarbeit ist die Bildung von Teilgruppen. Wenn sich einzelne Teammitglieder lokal treffen, während andere nur digital zugeschaltet sind, können ungleiche Informationsstände und informelle Exklusivität entstehen. Forschung zeigt, dass solche Konfigurationen Teamidentifikation, Wissensaustausch und Koordination beeinträchtigen können (O’Leary & Mortensen, 2010). Deshalb brauchen hybride Teams klare Regeln, damit auch remote arbeitende Mitglieder gleichwertig eingebunden bleiben.
Fazit
Hybride Teamarbeit gelingt besonders dann, wenn Präsenzphasen gezielt genutzt, Kommunikationsregeln früh geklärt und Teilgruppen bewusst vermieden werden. Dann kann die Verbindung aus physischer Nähe und virtueller Flexibilität zu einem echten Vorteil werden.
In unseren internationalen Praxisprojekten lernen unsere Studierenden, wie hybride Teamarbeit mit ihren amerikanischen Teamkolleginnen und Teamkollegen in realen Projekten funktionieren kann.
Literatur:
Dennis, A. R., Fuller, R. M., & Valacich, J. S. (2008). Media, tasks, and communication processes: A theory of media synchronicity. MIS Quarterly, 32(3), 575–600.
Handke, L., Aldana, A. J., Costa, P. L., & O’Neill, T. A. (2024). Hybrid teamwork: What we know and where we can go from here. Small Group Research, 55(5), 805–835.
O’Leary, M. B., & Mortensen, M. (2010). Go (con)figure: Subgroups, imbalance, and isolates in geographically dispersed teams. Organization Science, 21(1), 115–131.
