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Gesundheit neu denken

15.01.2026

Neue Horizonte durch innovative Kompetenzen erschliessen – das ist wichtig, um das Gesundheitswesen voranzubringen. Daher erweitert das Departement Gesundheit seine Expertise durch neue Berufungen und Forschungsbereiche. Der geänderte Name «IGW Institut für Gesundheitswissenschaften» betont die Interprofessionalität: Pflege, Physio- und Ergotherapie arbeiten Hand in Hand für den Fortschritt.

Health Professionals vermitteln zwischen Menschen und Technologien.
Health Professionals vermitteln zwischen Menschen und Technologien. Neue Kompetenzen und Forschungsfelder sind gefragt.

Innovation entsteht dort, wo Menschen Routinen hinterfragen und Teams neue Chancen entdecken. Im Zeitalter der Digitalisierung sind Health Professionals immer auch Vermittelnde zwischen Menschen und Technologien. «Gesundheitstechnologien faszinieren mich besonders, wenn sie die Autonomie von Patientinnen und Patienten stärken», berichtet Marcia Nißen, Professorin für Gesundheitstechnologien. Es geht darum, Technologien optimal in den lokalen und sozialen Kontext der Nutzenden einzubetten.
 

Ergotherapie im digitalen Zeitalter

Die Interaktion zwischen Menschen und Technologien ist in der Ergotherapie essenziell. Hier bringt Vera Kaelin ihre Expertise ein. Sie ist Professorin für Ergotherapie mit Schwerpunkt «Digitale Technologien». Besonders interessant ist aus ihrer Sicht die Schnittstelle zwischen künstlicher Intelligenz und Ergotherapie: Wie wirken KI-Systeme auf Ergotherapie-Fachpersonen? Wie reagieren Klientinnen und Klienten? Ein Aspekt ist dabei besonders wichtig: Der Mensch bleibt stets im Mittelpunkt.
 

Bewegung stärkt die Psyche

Mehr als eine Milliarde Menschen sind weltweit von psychischen Erkrankungen betroffen. In der Wissenschaft wird zunehmend deutlich: mentale Gesundheit, Bewegung und Kognition hängen eng zusammen. «Es gibt ein nachgewiesenes Potenzial von Bewegung und Training zur Stärkung der psychischen Gesundheit», berichtet Emanuel Brunner, Professor für Physiotherapie mit Schwerpunkt Mental Health. Stress und Erschöpfung sind ein wachsendes Problem für die Gesellschaft. «Hier kann Physiotherapie einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Gesundheitsversorgung leisten.»
 

Gemeinsam lernen

Ein leistungsfähiges Gesundheitswesen setzt optimales Teamwork voraus. Verschiedene Berufsgruppen bringen ihr Know-how für Klientinnen und Klienten ein. Daher ist es essenziell, interprofessionell zu denken. Für Carola Maurer, Professorin für Kompetenzentwicklung der Gesundheitsberufe, ist es zentral, Lernprozesse über die unterschiedlichen Professionen hinweg neu zu gestalten. Ihr ist es wichtig, «Lernräume zu schaffen, in denen die verschiedenen Berufsgruppen miteinander und voneinander lernen können – im Studium, aber auch im beruflichen Alltag.»
 

Wissen, was wirkt

Evidenz ist ein Schlüsselkonzept im Gesundheitswesen: Der Nutzen einer Therapie sollte wissenschaftlich belegt sein. Expertise zur Evidenzbasierung ist daher sehr gefragt. Dies ist das Themengebiet von Janine Vetsch, Professorin für Evidence-based Healthcare (EBHC): «Spannend an EBHC ist, dass man nie auslernt. Jede klinische Frage eröffnet frische Denkanstösse – und immer wieder neue Möglichkeiten, um Qualität zu gewährleisten.» Auch in der Lehre ist EBHC ein Schlüsselthema. «Besonders faszinierend ist der Moment, in dem Studierende erkennen: EBHC ist kein theoretisches Konstrukt. Es ist ein praktisches Werkzeug, das ihre professionelle Identität stärkt und ihnen Sicherheit im klinischen Alltag gibt.»
 

Antworten auf dringende Fragen

Was wissen wir – und was wissen wir noch nicht? Im Gesundheitsbereich ist Wissen lebenswichtig. Umso zentraler ist es, Wissensbestände optimal zu nutzen. Genau das macht Julian Hirt als Professor für Evidenzsynthese: «Antworten mittels Erkundung von bestehenden Wissensbeständen bereitzustellen, fasziniert mich besonders. Mein Hauptinteresse liegt auf verlässlichen wissenschaftlichen Methoden, um Wissensbestände aufzuspüren, einzuschätzen und zusammenzufassen.» Auf diese Weise entsteht eine Evidenzsynthese. Sie dient dazu, nutzbares Wissen für eine evidenzbasierte Forschung und Versorgung zu generieren.
 

Die Zukunft des Gesundheitswesens gestalten

Im Departement Gesundheit hat Innovation viele Gesichter. Mit neuen Themenschwerpunkten gelingt es, die Grenzen des Machbaren immer wieder zu verschieben – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten. Das IGW steht für praxisorientierte Forschung, interprofessionelle Lehre und innovative Dienstleistungen. Mit neuen Berufungen und Forschungsbereichen stärkt das Departement Gesundheit gezielt seine Kompetenzen an der Schnittstelle von Versorgung, Wissenschaft und Technologie.