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Leichtere Leiter erleichtert Feuerwehreinsätze

12.02.2026

Die OST – Ostschweizer Fachhochschule hat eine leichtere und stabilere Rettungsleiter für Feuerwehren bis zur Serienproduktion weiterentwickelt. Für die Milizorganisationen, die mit immer weniger Einsatzkräften operieren müssen, ist die Carbonleiter im Vergleich zu den konventionellen Holz- und Aluminiumleitern ein Segen.

Schnell einsatzbereit: Wegen des geringen Gewichts können notfalls auch nur zwei Feuerwehrleute die Leiter schnell und einfach transportieren und für die Rettung positionieren.
Entdecken Sie, wie die Carbonleiter die Effizienz und Sicherheit in Rettungsszenarien verbessert und einen bedeutenden Beitrag zur Lebensrettung leistet.
Stabile Sache: Die Carbonleiter schwankt auch unter Belastung kaum und erlaubt sicheres Arbeiten in bis zu 15 Metern Höhe.
Das «Carbon Rescue Tool» im Einsatz bei der Feuerwehr St.Gallen.
Die Berufsfeuerwehr St.Gallen (auf dem Bild) und die Feuerwehr Rapperswil-Jona benutzen die neue, leichtere Rettungsleiter bereits.
Das IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung führt Belastungstests der für die Serienproduktion weiterentwickelten Version der Karbonleiter durch.
Das IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung führt Belastungstests der für die Serienproduktion weiterentwickelten Version der Karbonleiter durch.
Produktion der Carbonleiter bei Rusterholz.
Die Carrosserie Rusterholz AG kann die leichtere Feuerwehrleiter dank der Weiterentwicklung der OST nun in Serienproduktion herstellen.

Leichter, stabiler, effizienter

Wenn es brennt, zählt jede Sekunde. Menschenleben stehen auf dem Spiel. Konventionelle Feuerwehrleitern wiegen bis zu 120 Kilogramm und erfordern vier bis sechs Personen zum Aufbau, was im Ernstfall wertvolle Zeit raubt. Abhilfe schafft das «Carbon Rescue Tool», eine ultraleichte Vollcarbonleiter. Bei einer Länge von bis zu 15 Metern wiegt sie lediglich 50 Kilogramm. Um sie zu transportieren und für die Rettung zu positionieren, reichen notfalls zwei Einsatzkräfte. Zudem ist die Leiter dank ihres Materials steifer als die handelsüblichen aus Holz oder Aluminium, wodurch sie beim Besteigen der Sprossen kaum zu schwanken beginnt.

Herstellungskosten reduziert

Das IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung der OST hat die Geometrie und Technologie der Leiter so optimiert, dass die Rettungsleiter seit diesem Jahr in Serie produziert werden kann. Verantwortlich dafür ist ein Team des Fachbereichs Faserverbundtechnik um Professor Gion Barandun. Das Team hat die bisherige, handarbeitsintensive Einzelfertigung zusammen mit der Carrosserie Rusterholz AG und der Swiss Rescue Innovation GmbH weiterentwickelt. Im Prüftechnik-Labor der OST wurde die Serienversion gründlich getestet: Bruch- und Biegemessungen bestätigten, dass die Anforderungen an Rettungsleitern erfüllt werden. Dank der Expertise der OST wurden die Herstellungskosten gesenkt und die Produktion gesteigert. Innosuisse, die Innovationsförderungsagentur des Bundes, finanzierte die Weiterentwicklung.

Grosse Nachfrage aus der Praxis

Die ultraleichte Carbonleiter entspricht einem Bedürfnis der Blaulichtorganisationen. Denn: Feuerwehren in der Schweiz steht bei nicht weniger Bränden immer weniger Milizpersonal zur Verfügung. Bereits über 150 Leitern sind heute in 16 Kantonen im Einsatz. Bei Schutz und Rettung Zürich sind fast alle Einsatzfahrzeuge damit ausgerüstet. Ebenfalls arbeiten bereits zwei Feuerwehren an OST-Standorten mit dieser Rettungsleiter – in Rapperswil-Jona und St.Gallen. Die leichtere Leiter ermöglicht, bereits mit einer Minimalbesatzung eine Rettung einzuleiten oder einen Rettungszugang zu schaffen.

Warum Feuerwehren auf diese Carbonleiter setzen