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Quantensprung in der Zellbildgebung erreicht

06.01.2026

Zellaktivitäten in lebenden Organismen präzise und in Echtzeit sichtbar zu machen, galt lange als kaum möglich. Ein interdisziplinäres Forschungsteam bestehend aus der OST – Ostschweizer Fachhochschule, der Universität Zürich und Prospective Instruments hat ein photonenzählendes System entwickelt, das neue Massstäbe in der biomedizinischen Bildgebung setzt.

Korrekt? Dieses Instrument soll helfen, Krankheiten wie Krebs zu untersuchen und Therapien zu verbessern.
Mit diesem Instrument lassen sich biologische Aktivitäten in lebenden Zellen in bisher unerreichbarer Geschwindigkeit messen und aufzeigen.
Im Labor arbeiten zwei Männer an diesem Zellmesslaser. Der eine arbeitet am Computer und der andere an der Maschine.
Zwei Forscher arbeiten mit dem Zellmesslaser. An dieser Entwicklung waren auch Mikroelektronik-Forschende der OST beteiligt.
Der Zellmesslaser bietet quantitative Einblicke in molekulare Prozesse in lebenden Organismen und wird unter anderem bei der Krebszellenanalyse eingesetzt.
Feinabstimmung im Versuchsaufbau: Die FLIM-Technologie erfordert höchste Präzision bei der Justierung der optischen Komponenten.
Mikroelektronik-Forschende der OST haben zusammen mit Biologinnen und Biologen der Universität Zürich und dem Industriepartner Prospetive Instruments ein System entwickelt, um die biologische Aktivität in lebenden Zellen in bisher unerreichbarer Geschwindigkeit zu messen und anzuzeigen.
Live-Auswertung: Die neue Technologie erlaubt es, Zellaktivitäten in hoher Auflösung direkt am Bildschirm zu analysieren.

Herausforderung in Forschung und Klinik

Wie unterscheiden sich gesunde von krankhaften Zellen? Und wie lassen sich diese Unterschiede während einer Operation erkennen? Genau hier stossen konventionelle bildgebende Verfahren an ihre Grenzen. Zwar liefern sie wertvolle Daten, jedoch oft mit erheblicher Zeitverzögerung – zu spät für den unmittelbaren klinischen Einsatz. «Es gibt Stoffwechselvorgänge oder andere Vorgänge, bei denen man erkennen kann, ob eine Zelle gesund ist oder ob sie sogenannt pathologisch ist. Und diese Differenzierung ist natürlich für den Chirurgen während der Operation wichtig und nicht erst eine Stunde später», erklärt Prof. Dr. Bruno Weber vom Bruno Weber Lab der Universität Zürich.

Technologischer Durchbruch dank Photonenzählung

Die Lösung bringt eine Neuentwicklung aus dem IMES Institut für Mikroelektronik, Embedded Systems und Sensorik der OST. In enger Zusammenarbeit mit der Universität Zürich und Prospective Instruments entstand ein photonenzählendes Modul für die Fluoreszenz-Lebensdauerbildgebung (FLIM). Dieses misst einzelne Photonen mit extrem hoher zeitlicher Präzision – schnell genug, um Live-Bilder von zellulären Prozessen zu erzeugen. «Das Instrument, das die OST uns gebaut hat, ist im Grunde genommen eine sehr schnelle Stoppuhr, die Licht in Zeiträumen messen kann, in denen es nur wenige Zentimeter zurücklegt», so Dr. Luca Ravotto von der Universität Zürich. Die neue Technologie ist nicht nur genauer, sondern auch robuster gegenüber hoher Lichtintensität und deutlich kostengünstiger als bestehende Systeme.

Erfolgreiche Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Der Erfolg des Projekts gründet auch auf der engen fachübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den Partnern. «Unsere Partner der Uni waren natürlich genial. Sie sind nicht einfach Biologen, sondern vielmehr auch Elektroingenieure. Sie verstanden unsere Sprache und wir haben mit der Zeit ihre Sprache verstanden», sagt Prof. Dr. Paul Zbinden, Projektleiter an der OST. Die Kooperation eröffnete allen Beteiligten ein neues Feld des Wissens – und ebnet den Weg für künftige Entwicklungen. Ein Folgeprojekt zur Echtzeitdiagnostik ist bereits in Planung.