Staunende Kinderaugen an der Primarschule Hanfländer

Am Donnerstagvormittag war Premiere in Rapperswil: Die drei Forschenden Luisa Steiger, Mihaela Dudita und Felix Flückiger von der OST – Ostschweizer Fachhochschule weckten bei 22 Kindern der zweiten Klasse von Melanie Ilmer Begeisterung für Technik.

Unterstützt wurden sie dabei von Michael Kauffeld von der Hochschule Karlsruhe, der dieses Format vor drei Jahren an der Hochschule Karlsruhe eingeführt hat (InspirING®). Dozierende der Hochschule Karlsruhe gehen dabei unterstützt von Studierenden in die lokalen Schulen und machen zusammen mit den Schulkindern spannende Experimente – seit heute auch in Rapperswil.

Nachdem die Kinder durch das von ihnen in ein Blatt Papier geschnittene Tor in die Welt der Experimente eingetreten waren, ging es für sie durch einen bunten Reigen von anschaulichen Physik- und Chemieexperimenten. Im Fokus war insbesondere die Solarenergie, da Mihaela und Felix am Institut für Solartechnik SPF der OST arbeiten. Los ging es mit Beispielen aus dem täglichen Leben der Kinder, wie einem Tischtennisball im schrägen Luftstrahl eines Föhns – auch wenn der Föhn der Hochschule ein wenig grösser war als der Haarföhn zu Hause. Und ein Fünffrankenstück nur durch Reibung des sie stützenden Fingers in eine schnelle Rotationsbewegung zu versetzen, dürfte so manches Kind noch den ganzen Nachmittag beschäftigen bei dem Versuch, es Michael nachzutun. Durch einfaches Handauflegen oder Hand entfernen, liessen sich auch kleine Propeller in Bewegung setzen – faszinierend! Zumindest bis die dahintersteckende Technik mit Peltier-Elementen und Solarzellen anschaulich anhand von Kühlbox fürs Auto und Taschenrechner erklärt wurde.

Passend zu den Elefanten in Knies Kinderzoo hatte Luisa «Elefantenzahnpasta» vorbereitet, die bei den Kindern Begeisterung weckte. Einen richtigen Knalleffekt gab es bei der Knallgasreaktion der mit Wasserstoff gefüllten Seifenblasen. Der Wasserstoff wurde direkt im Klassenzimmer durch eine Reaktion zwischen Aluminium und Wasser mit Hilfe von Natriumhydroxid erzeugt. Diese Reaktion bildet auch die Basis für die Entwicklung eines Konzeptes zur saisonalen Speicherung von Energie am SPF an der OST, welches die Schweiz einst unabhängig von Energieimporten im Winter machen könnte. Bei vielen Experimenten durften die Kinder fleissig mithelfen. Sie erhielten zum Beispiel von Luisa Reagenzgläser mit Zauberwasser, welches beim Schütteln blau und nach Beruhigung wieder durchsichtig wurde. Zauberhaft waren auch die von Mihaela verteilten blauen Kristalle. Ein weiteres Highlight waren die Feuer speienden Drachen. Michael hatte dazu Bärlappspornmehl mitgebracht, welches in passende Röhrchen gefüllt, zum Feuer spucken benutzt wurde.

Draussen wurden diverse Blumen in flüssigen Stickstoff getaucht und dadurch blitzschnell gefroren. Die im ultrakalten Frost erstarrten Blumen zersplitterten auf dem Boden wie Glas. Leert man flüssigen Stickstoff über Luftballons, so schrumpfen diese beträchtlich. Als dann der restliche Stickstoff in den Schulbrunnen geleert wurde, gab es einen eindrucksvollen Bodennebel. Abschliessend wurde eine Kunststoffflaschenrakete mittels Rückstossprinzip ca. 50 m in den an diesem Morgen regenverhangenen Rapperswiler Himmel geschossen.

Die Schülerinnen und Schüler waren sich einig: Zwei Schulstunden sind noch nie so schnell vergangen wie heute! Bestimmt wurde bei dem einen oder anderen Mädchen oder Jungen Begeisterung für Technik geweckt. Gut möglich, dass darunter auch zukünftige Absolvent*innen des Studiengangs Erneuerbare Energien und Umwelttechnik an der OST sind.

 

Mihaela Dudita, SPF, OST und Michael Kauffeld, Hochschule Karlsruhe