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Weltwassertag 2026: Wasser braucht Partnerschaften

22.03.2026

Zum Weltwassertag 2026 organisierte die OST zusammen mit Partnerorganisationen das 2. Interdisziplinäre Wassersymposium. Rund 100 Wasser-Expertinnen und -Experten aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Verbänden trafen sich in Rapperswil-Jona und diskutierten Möglichkeiten für ein nachhaltiges Wassermanagement.

Die Inhalte der Konferenz wurden von Gianni Fabiano live visualisiert.
Dorothee Spuhler und André Podleisek der OST führten durch den Nachmittag.
Podiumsdiskussion mit Wasserexpertinnen und Experten. V.l. Norbert Kräuchi, Christa McArdell, Andreas Peter, Florian Klingel, Florian Strasser, Janine Kuriger und Eva Lieberherr.
Am Blue Market trafen die Gäste unter anderem auf das Start-up Fluidbot, das aus einem Studierendenprojekt an der OST entstanden ist.

Die Ressource Wasser steht stark unter Druck. Der Klimawandel, Verschmutzungen und auch strukturelle Herausforderungen bedrohen unser Trinkwasser. Gesucht sind interdisziplinäre Lösungen, Wissensaustausch und neue Kooperationen. Eine Plattform für solche Begegnungen bot das 2. Interdisziplinäre Symposium zum Weltwassertag der OST vom 12. März. Rund hundert Teilnehmende trafen sich am OST Campus Rapperswil-Jona für Networking, Austausch, Referate, Workshops und Diskussionen. 


Zusammenarbeit mehr denn je nötig

Dorothee Spuhler, Wasserexpertin der OST, führte zusammen mit André Podleisek, Nachhaltigkeitsbeauftragter der OST, durch das Symposium mit dem Titel «Wasser und Klima: mit interdisziplinären Partnerschaften komplexe Herausforderungen zukunftsorientiert angehen». Der Slogan war Programm: so organisierte die OST diesen Anlass gemeinsam mit Swiss Water Partnership (SWP), Blue Communities Switzerland, dem ResEAU der DEZA, dem Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) und dem Fachverband für Wasser, Gas und Wärme (SVGW). 

«Das Thema Wasser benötigt mehr denn je eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, neue Kooperationen und die Einbeziehung unterschiedlichster Interessensgruppen», sagte Spuhler. Mit dem Symposium zum Weltwassertag schaffte die OST eine Plattform, um den Diskurs, den Wissensaustausch und die Zusammenarbeit zu fördern.


Gesunde Lebensräume

In seiner Begrüssung gab Stadtrat Christian Leutenegger Einblicke in verschiedene Projekte der Stadt Rapperswil-Jona. Michael Herrmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei MeteoSchweiz und dem Center for Climate Systems Modeling an der ETH Zürich, stellte die Ergebnisse der Klimaszenarien von Klima CH2025 vor: Es ist mit mehr und heftigeren Starkniederschlägen, extremerer Hitze, trockeneren Sommern und massiv weniger Schnee zu rechnen.  

Wie der Kanton Aargau auf die neuen Herausforderungen reagiert, erläuterte Norbert Kräuchi, Abteilungsleiter Landschaft und Gewässer. Ein zu starker, einseitiger Fokus bringe nichts, ist er überzeugt. Für resiliente Gewässer müsse man gesunde Lebensräume schaffen.


PFAS im Wasserkreislauf

Christa McArdell von der Abteilung Umweltchemie der Eawag zeigte die neusten Erkenntnisse im Zusammenhang mit den Ewigkeitschemikalien PFAS auf. Dank neusten Analysetechniken können auch tiefe Konzentrationen gemessen werden. Es gebe Technologien, um PFAS aus den Gewässern zu entfernen, aber die seien kostspielig. 

Andreas Peter, Leiter der Qualitätsüberwachung bei der Wasserversorgung Zürich, setzte sich für einen ganzheitlichen Blick auf das Wassermanagement ein. Es werde anspruchsvoller, die Infrastrukturen ganzheitlich zu denken. 

Auch Florian Klingel, Co-Leiter der Stadtentwässerung bei Entsorgung St.Gallen, unterstrich, dass neue Herausforderungen wie PFAS und Schwammstadt-Konzepte sehr interdisziplinär sind und eine gute Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren erfordern. Florian Strasser, CEO der GWF AG, betonte die Wichtigkeit von Partnerschaften auch für die Privatwirtschaft.


Wasser-Diplomatie

Über die Rolle von Wasser in der Geopolitik und der dortigen Relevanz und dem Wert von Wasser-Partnerschaften sprach Janine Kuriger, Sektionsleiterin bei der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Es gebe Beispiele, bei denen gemeinsame Wasser-Projekte die Zusammenarbeit zwischen Ländern gefördert haben. Die Wasser-Diplomatie gewinnt international an Bedeutung. Das seien Chancen, sagte Kuriger.