Forschungsprojekt
CommunityBot – Reale Begegnungen durch digitale Brücken schaffen.
Wir untersuchen, wie ältere Menschen über gemeinsame Interessen und moderierte Gruppen vernetzt werden können. Der Ansatz entsteht gemeinsam mit ihnen und der Aktivierung. CommunityBot soll nicht ersetzen, sondern soziale Kontakte, digitale Teilhabe und Gemeinschaft in Altersheimen ermöglichen.
Hintergrund:
Mehr als 30 % der über 65-Jährigen in der Schweiz fühlen sich einsam – besonders betroffen sind hochaltrige Menschen in Altersheimen. Traditionelle Massnahmen reichen oft nicht aus, um soziale Isolation zu überwinden. Digitale Lösungen wie Chatbots bieten neue Ansätze, sind jedoch meist auf Einzelinteraktionen beschränkt. CommunityBot schliesst diese Forschungslücke, indem er gezielt Gemeinschaften bildet und soziale Kontakte fördert. Der Fokus liegt auf der ältesten Generation mit geringer digitaler Kompetenz, um soziale und digitale Ausgrenzung zu verringern und gesundes Altern zu unterstützen.
Methode:
Die Pilotstudie folgt einem nutzer:innenzentrierten, interdisziplinären Ansatz. In zwei Altersheimen werden qualitative Interviews und in einem dritten eine Fokusgruppe durchgeführt, um Bedürfnisse und Erwartungen von älteren Menschen und Aktivierungsfachpersonen zu erfassen. Basierend auf den Erkenntnissen wird ein erster Prototyp entwickelt, der Interessen der älteren Menschen erfassen kann. In einer Testung werden neben der Interaktion mit der App (sprachbasierter KI-Chatbot sowie Touch-Oberfläche) auch die Barrieren und Hürden für den Einsatz dieses Prototyps gemeinsam mit älteren Menschen untersucht. Die technische Machbarkeit, Akzeptanz der Nutzenden und Interaktionsgestaltung werden evaluiert.
Resultate:
Die Vorstudie liefert wertvolle Erkenntnisse und praxisnahe Einblicke, wie digitale Interaktionen zur sozialen Verbundenheit beitragen können. Bewohnende und Aktivierungsfachpersonen finden eine Lösung sinnvoll, die neue soziale Verbindungen auf Basis gemeinsamer Interessen innerhalb und zwischen Alters- und Pflegeheimen anstösst. Selbstorganisierte Aktivitäten könnten als Ergänzung zum Aktivierungsangebot breitere Interessen abdecken, auch vor Eintritt ins Heim. Der menschliche Faktor als Motivator für die Teilnahme an Aktivitäten wurde betont. Der MVP-Prototyp bestätigte die technische Machbarkeit des sprachbasierten Chatbots und Touchscreens zur Interessenserfassung. Die Ergebnisse aus der Testung zeigten Gestaltungsmerkmale, die Zugänglichkeit und Akzeptanz für sehr alte Menschen fördern. Ein Verzeichnis gemeinsamer Interessen und Aktivitäten wurde aufgebaut.
Impact:
Die Vorstudie trägt zum übergeordneten Ziel der Förderung eines gesunden Lebens und Alterns bei, indem sie aufzeigt, wie digitale Lösungen die soziale Verbundenheit verbessern können, ohne die menschliche Interaktion zu ersetzen, und damit der Einsamkeit von Bewohnenden in Alters- und Pflegeheimen entgegenwirken. Der interdisziplinäre Ansatz und die enge Einbindung der Endnutzer:innen liefern umsetzbare Erkenntnisse für die Entwicklung einer barrierefreien Lösung, die zur Teilnahme und sozialen Interaktion anregt. Durch die Verknüpfung von technischer Machbarkeit und nutzer:innenzentriertem Design modelliert das Projekt einen skalierbaren Ansatz zur Förderung sinnstiftender sozialer Beziehungen durch interessensbasierte Aktivitäten in alternden Bevölkerungen und baut eine digitale Brücke für soziale und digitale Inklusion.
Laufzeit: 01.08.2025 - 31.12.2025
Projektfinanzierung:





