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Five-factor model personality traits and cognition in the Harmonized Cognitive Assessment Protocol sub-study of the Survey of Health, Ageing, and Retirement in Europe

Abstract

Persönlichkeitsmerkmale des Fünf-Faktoren-Modells (FFM) stehen mit kognitiver Leistungsfähigkeit in Zusammenhang. Die vorliegende Studie zielt darauf ab, frühere Befunde zu FFM-Merkmalen und Leistungen in fünf kognitiven Domänen sowie zu fremdbeurteilter Kognition zu replizieren und zu erweitern. Teilnehmende (N = 2’501) aus der Teilstudie „Harmonized Cognitive Assessment Protocol“ der Survey of Health, Ageing, and Retirement in Europe bearbeiteten im Jahr 2017 ein 10-Item-Persönlichkeitsinstrument und erhielten 2022 eine umfassende kognitive Testbatterie.
Neurotizismus war mit einer geringeren globalen kognitiven Leistungsfähigkeit, episodischem Gedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit/Aufmerksamkeit, visuell-räumlicher Fähigkeit, verbaler Flüssigkeit sowie mit stärker fremdbeurteilter kognitiver Abnahme assoziiert. Diese Effekte wurden durch klinische (z. B. Hypertonie) und verhaltensbezogene (z. B. körperliche Inaktivität) Risikofaktoren für kognitive Beeinträchtigungen abgeschwächt, die die Zusammenhänge möglicherweise vermitteln.
Offenheit war mit besseren Leistungen in den meisten kognitiven Domänen verbunden, auch unter Kontrolle verhaltensbezogener und klinischer Kovariaten. Gewissenhaftigkeit stand mit geringerer fremdbeurteilter kognitiver Abnahme in Zusammenhang, war jedoch überraschenderweise nicht mit der Leistung in einer der kognitiven Domänen assoziiert. Extraversion und Verträglichkeit zeigten ebenfalls weitgehend keine Zusammenhänge mit der kognitiven Leistungsfähigkeit.
Über die verschiedenen Domänen hinweg zeigte sich kein konsistentes Muster einer Moderation durch soziodemografische Faktoren, kognitive Beeinträchtigungen oder Depression, was auf mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen den Gruppen hindeutet. Die vorliegende Studie legt nahe, dass selbst bei Verwendung kurzer FFM-Skalen Neurotizismus und Offenheit replizierbare Zusammenhänge mit mehreren kognitiven Domänen aufweisen, während für Gewissenhaftigkeit möglicherweise eine umfassendere Erfassung erforderlich ist, um robuste Zusammenhänge mit kognitiver Leistungsfähigkeit nachzuweisen.

Autorenschaft:
Martina Luchetti, Damaris Aschwanden, Selin Karakose, Yannick Stephan, Antonio Terracciano, Angelina R. Sutin, 2025
Zeitschrift / Sammelband:
International Journal of Personality Psychology
Seiten / Kapitel:
203-212
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