Zum zweiten Mal fand das interdisziplinäre Modul Ski-Nation Schweiz unter Leitung von Gion Barandun vom IWK statt. Der Kurs beleuchtet den alpinen Sport aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Studierenden bauten nicht nur ihren eigenen Ski, sondern erhielten gleichzeitig Einblicke in unterschiedliche Themen rund um die Wintersport-Branche. Rigo Tietz vom ISM beleuchtete die wirtschaftliche Seite mit Input zum Wirtschaftsfaktor Wintersport.
Die Marktentwicklung zeigt in vielen Bereichen der Wintersport-Branche eine stagnierende Entwicklung – etwa beim Absatz von Ski und Snowboards. Für Unternehmen bedeutet dies: verschärfter Wettbewerb, steigender Innovationsdruck und begrenzte Wachstumsmöglichkeiten. Am Beispiel der Seilbahnindustrie wurde deutlich, wie sich Branchenstrukturen verändern und wie Strategie und Innovation mit dem Unternehmenserfolg zusammenhängen.
Die Geschichte der Seilbahn-Industrie lässt sich in vier Phasen einteilen – von der Pionierzeit mit den ersten Standseilbahnen über den Ausbau von Sommer- und Ausflugsbahnen bis hin zur Boomphase des Wintersports und der Konsolidierung. Der Wettbewerb hat in den letzten Jahrzehnten zu einer drastischen Marktbereinigung geführt: Aus über 140 Produzenten weltweit in den 1960er-Jahren sind nur wenige globale Schwergewichte übriggeblieben – u.a. WeltmarktführerDoppelmayr-Garaventa. Die Fusion von Doppelmayr und Garaventa im Jahr 2002 vereinte zwei Unternehmen mit unterschiedlichen Wurzeln und Kompetenzen: Während Doppelmayr aus dem Vorarlberg den Fokus auf Umlaufbahnen setzte und früh die Internationalisierung vorantrieb, prägte das Schweizer Unternehmen Garaventa massgeblich die Entwicklung und Herstellung grosser Pendelbahnen.
Spannend ist der historische Blick auf die Frage, welche Unternehmen erfolgreich sind und warum: In den frühen Jahren lag Doppelmayr technisch 10 bis 20 Jahre hinter den Schweizer Innovatoren zurück. Denn zahlreiche Meilensteine stammen aus der Schweiz – etwa der von Ernst Gustav Constam erfundene und patentierte Bügellift oder das automatische Kupplungssystem der Firma Von Roll, das den Bau moderner Sessel- und Kabinenbahnen erst ermöglichte.
Zum Abschluss des Kurses porträtierten die Studierende in acht Gruppen Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen der Wintersportbranche – von Ski- und Snowboard-Herstellern über Infrastruktur-Anbietern, Skigebieten und Bergbahnen bis hin zu digitalen Serviceprovidern. So entstand ein facettenreiches Bild der Wintersport-Branche.
