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Erfolgreiche KI Vorträge zum Thema «Alter im Wandel»

08.04.2026

Die ITBO-Seminarreihe «Künstliche Intelligenz für alle» machte im März Halt in St.Gallen und Rapperswil. Über 160 Personen nahmen an den Vorträgen von Simone Eicher und Cornelia Ursprung teil. Im Fokus stand, wie KI das gesunde Altern unterstützen kann. Im Juni folgen weitere Vorträge in Wil und Sargans sowie eine passende Weiterbildung in St.Gallen.

Die Resonanz auf die beiden März-Veranstaltungen der ITBO Seminarreihe «Künstliche Intelligenz (KI) für alle» war eindrücklich: Am 16. März 2026 fanden sich über 70 interessierte Personen am OST Campus St.Gallen ein, nur zwei Tage später waren es am Campus Rapperswil-Jona sogar über 90 Teilnehmende. Die Abendseminare werden vom Interdisciplinary Center of Artificial Intelligence (ICAI) der OST organisiert und vom Kanton St.Gallen im Rahmen der IT-Bildungsoffensive gefördert. Sie stehen allen offen, sind kostenlos und erfordern keinerlei Vorkenntnisse. 

Die beiden Referentinnen, Simone Eicher und Cornelia Ursprung vom Institut für Altersforschung (IAF), führten die Gäste unter dem Titel «Alter im Wandel: wie Künstliche Intelligenz unterstützen kann» durch ein Thema, das angesichts des demographischen Wandels immer bedeutsamer wird. Die Schweiz wird älter: Schon heute sind rund 20 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt, und dieser Anteil wird bis 2055 auf etwa 25 Prozent anwachsen. Gleichzeitig verändert sich das Altersbild: Aktivität, Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben rücken stärker ins Zentrum. 

In diesem Kontext kann Künstliche Intelligenz (KI) ein wertvolles Werkzeug sein. Anhand zahlreicher Beispiele verdeutlichten die Referentinnen, wie KI Ältere in zentralen Lebensbereichen unterstützen kann. Dazu gehören Anwendungen im Gesundheitsbereich, etwa KI-gestützte Diagnosesysteme, Wearables oder Bewegungs- und Sturzpräventionslösungen. Ebenso wurde deutlich, dass Sprachassistenten durch ihre einfache Bedienbarkeit eine wichtige Rolle spielen können: Sie ermöglichen Erinnerungen, Information auf Abruf, Unterhaltung oder auch einfache Kommunikation – ohne dass Geräte bedient werden müssen. 

Auch der Bereich «Smart Home» wurde thematisiert. Intelligente Systeme können im Alltag Menschen entlasten, indem sie Licht und Heizung automatisch anpassen, Sicherheitsfunktionen auslösen oder Angehörigen Einblick in den Status des Zuhauses geben. Ergänzt wurde dies durch einen Blick in laufende Forschungsprojekte, beispielsweise zum KI-basierten Gesprächsbegleiter «Alfred», oder dem sozialen Roboter Moflin, welche beide in Altersinstitutionen getestet wurde. Die Erkenntnisse zeigen, dass ältere Menschen durchaus von solchen Technologien profitieren können, wenn Zugang, Nutzen und Begleitung stimmen. Der Blick in die Zukunft verdeutlichte, dass viele KI‑gestützte Lösungen bereits den Alltag unterstützen, während komplexere Systeme wie autonome Service‑ oder Haushaltsroboter zwar für spezialisierte Aufgaben zuverlässig funktionieren, im offenen, unvorhersehbaren Alltag aber weiterhin Schwierigkeiten haben.  

Ein zentrales Element des Vortrags war zudem die Frage, welche Faktoren entscheidend sind, damit ältere Menschen Technologien erfolgreich nutzen können. Forschungen zeigen, dass Offenheit und Neugier, ein klar erkennbarer Nutzen sowie unterstützende Begleitung den Unterschied ausmachen. Gleichzeitig gilt es, Barrieren wie fehlende digitale Kompetenzen, Sicherheitsbedenken oder mangelnde Benutzerfreundlichkeit ernst zu nehmen und aktiv anzugehen. 

Im zweiten Teil wurde zudem ein differenzierter Blick auf die Grenzen von KI-Anwendungen geworfen und betont, dass KI kein Ersatz für menschliche Nähe, professionelle Einschätzungen oder soziale Beziehungen sein kann. Auch Herausforderungen wie Datenschutz, ethische Fragen und die Gefahr der digitalen Ungleichheit wurden transparent angesprochen. 

Die beiden Veranstaltungen zeigten eindrucksvoll, wie gross das Interesse an diesen Themen ist und wie wichtig ein niederschwelliger Zugang zu verständlicher Information bleibt – gerade für Menschen, die sich neu mit KI beschäftigen. 

Nach den erfolgreichen Vorträgen im März wird die Reihe im Juni fortgesetzt. Die nächsten beiden Termine finden am 9. Juni 2026 in Wil SG sowie am 11. Juni 2026 in Sargans statt. Auch diese Veranstaltungen sind kostenlos und richten sich an die breite Bevölkerung. 

Ergänzend dazu bietet das IAF neu das  Weiterbildungsseminar «KI Entdeckungsreise für ältere Einsteigerinnen und Einsteiger»an. An vier Kurstagen lernen Interessierte verständlich, sicher und alltagsnah, was KI ist, wie sie sicher genutzt werden kann und welches Potenzial sie für den Alltag bietet – von der Terminplanung über kreative Anwendungen bis hin zur bewussten Einschätzung von Chancen und Risiken. Die nächsten Durchführungstermine finden am 1., 8., 15. und 22. Juni 2026 in St.Gallen sowie am 19., 26. Oktober, 2. und 9. November 2026 in Rapperswil-Jona statt. 

Die Kombination aus wissenschaftlicher Perspektive, praxisnahen Beispielen und einem dialogorientierten Format hat erneut gezeigt, wie wichtig die Verbindung zwischen Forschung, Weiterbildung und gesellschaftlicher Praxis ist. Das IAF wird dieses Engagement weiter ausbauen und freut sich auf die kommenden Veranstaltungen sowie die zahlreichen Begegnungen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern in der Ostschweiz. 

Bei «KI Entdeckungsreise für ältere Einsteigerinnen und Einsteiger»  lernen Teilnehmende KI verständlich, sicher und alltagsnah kennen – von ersten Anwendungen bis zu Alltagstipps.