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Studierende simulieren Naturgefahren im Resilienzlabor

02.03.2026

Am Campus Rapperswil-Jona entsteht eine neue, interdisziplinäre Lernumgebung, die angehende Fachpersonen gezielt auf die wachsenden Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet. Das Bundesamt für Umwelt unterstützt das Departement Architektur, Bau, Landschaft, Raum der OST beim Aufbau des «Resilienzlabors Hitze, Mensch, Naturgefahren»

Das Bild zeigt den Erdrutsch, der sich im Jahr 2024 im Glarner Dorf Schwanden ereignete.
Erdrutsche wie jener hier in Schwanden (GL) im Jahr 2024 verursachen erhebliche Schäden.

Risiken berücksichtigen

Starkniederschläge, Trockenheit, Murgänge, Hitze und Hochwasser: Die Schweiz ist aufgrund ihrer Gebirge, Flüsse und Seen Naturgefahren besonders ausgesetzt. Risiken verschärfen sich, neue treten auf. Umso wichtiger ist es, Gefahren bei der Planung von Strassen, Brücken, Quartieren und Freiräumen konsequent mitzudenken. «Das geschieht heute noch zu wenig», sagt Tanja Herdt, Professorin für Städtebau am IRAP Institut für Raumentwicklung. Sie ortet dabei zwei Defizite: mangelndes Wissen über komplexe Wirkungszusammenhänge und fehlende Instrumente, um Planungsentscheide fundiert zu überprüfen. Genau hier setzt das «Resilienzlabor Hitze, Mensch, Naturgefahren» an.

«Meine Hoffnung ist, dass die Planung in der Schweiz dadurch insgesamt klimaresilienter wird.»

Tanja Herdt, Professorin für Städtebau, IRAP Institut für Raumentwicklung

Zwar sind Risiken in Gefahrenkarten gut dokumentiert. Doch diese Grundlagen sind häufig zu grossmassstäblich, um parzellengenaue Aussagen zu ermöglichen, oder sie fliessen zu wenig in konkrete Projekte ein. Im Resilienzlabor sollen künftige Ingenieurinnen und Planer Hochwasser, Starkregen und Hitze in realen Schweizer Fallstudien softwaregestützt simulieren. 

Tanja Herdt nennt ein Beispiel: Welche Effekte hat es auf die Umgebungstemperatur, wenn zehn statt fünfzig Bäume gepflanzt werden? Wie verändert die Position einer Baumreihe die Windströmung? Und wie beeinflusst sie das Mikroklima eines Quartiers? Studierende können Parameter variieren, Szenarien vergleichen sowie Wirkmechanismen und Wechselwirkungen analysieren. «Meine Hoffnung ist, dass die Planung in der Schweiz dadurch insgesamt klimaresilienter wird», so Herdt.

In die Curricula von vier Studiengängen

Das Resilienzlabor ist ein Projekt von vier Studiengängen: Bauingenieurwesen, Landschaftsarchitektur, Stadt-, Verkehrs- und Raumplanung sowie des Masterstudiengangs Raumentwicklung und Landschaftsarchitektur des Departements Architektur, Bau, Landschaft, Raum. Ab dem Frühlingssemester 2027 werden die neuen Lernangebote in die Curricula integriert. 

Mit dem Begriff «Labor» ist in erster Linie eine digitale Arbeitsumgebung gemeint, die Zugang zu Simulationssoftware und Analyseinstrumenten bietet. Gleichzeitig fördert das Projekt die Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen.

Finanzielle Unterstützung für Unterrichtsmaterialien

Das BAFU unterstützt den Aufbau mit über 50 000 Franken. Die Mittel fliessen in Übungsmaterialien, Skripte und Softwarelizenzen. Klar ist schon heute: Ereignisse wie in Bondo, Brienz oder Blatten zeigen, dass Naturgefahren die Schweiz künftig eher stärker als weniger beschäftigen werden. Mit dem Resilienzlabor investiert die OST in eine zukunftsgerichtete Ausbildung.