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Forschungsprojekt

eyeADHD: Technologiebasierte Augenbeobachtungen zur Erkennung von ADHS-Symptomen

eyeADHD entwickelt ein objektives, mobiles Screening-Instrument für das Screening von ADHS. Mittels Beobachtung der Augenregion sollen Symptome objektiv und alltagstauglich erfasst werden.

Hintergrund:

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zählt zu den häufigsten neuroentwicklungsbedingten Störungen und bleibt insbesondere bei der vorwiegend unaufmerksamen Ausprägung oft lange unerkannt. Bestehende Diagnoseverfahren beruhen primär auf subjektiven Einschätzungen durch Bezugspersonen und Fachpersonen, was zu Verzögerungen, Fehldiagnosen und ungleichen Versorgungswegen führt. Gleichzeitig zeigen aktuelle Studien, dass Augenbewegungen valide Marker für Aufmerksamkeit und Impulskontrolle darstellen. Diese objektiven Signale werden bislang jedoch kaum systematisch in der Frühdiagnostik genutzt. eyeADHD adressiert diese Lücke, indem ein niedrigschwelliges, skalierbares Screening-Instrument für den Einsatz in bestehenden medizinischen Routinen entwickelt wird.

Methode:

eyeADHD verfolgt einen interdisziplinären Ansatz um Anforderungen, ethische Rahmenbedingungen und Einsatzszenarien zu präzisieren. Es wird eine bestehende mobile Eye-Tracking-Technologie für handelsüblicher Smartphones für das ADHS-Screening adaptiert. Kurze, standardisierte Aufgaben werden entwickelt, um aufmerksamkeitsspezifische Biomarker zu erfassen. Die Datenerhebung erfolgt in natürlichen Umgebungen. Statistische Verfahren und maschinelles Lernen werden eingesetzt, um die Stabilität, Aussagekraft und praktische Umsetzbarkeit der Marker zu prüfen. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit Fachpersonen interpretiert und in ein verständliches, automatisiertes Daten-Reporting überführt.

Ergebnisse und Wirkung:

Am Ende des Projekts liegt ein Prototyp für ein mobiles ADHS-Screening vor. Dieser zeigt, ob und wie sich Aufmerksamkeit objektiv, schnell und unkompliziert erfassen lässt. eyeADHD kann dazu beitragen, ADHS früher zu erkennen – besonders bei Personen, deren Schwierigkeiten bisher wenig auffallen. Eine frühere Einschätzung erleichtert gezielte Unterstützung in Schule, Ausbildung oder Alltag und kann unnötige Belastungen verhindern. Langfristig schafft das Projekt die Grundlage für weiterführende Studien und eine breitere Anwendung. Ziel ist es, die Abklärung von ADHS fairer, zugänglicher und effizienter zu machen und damit die psychische Gesundheit über die Lebensspanne hinweg zu stärken.

Laufzeit: 01.02.2026 - 31.12.2026

Projektfinanzierung:

Kooperation:

aisiiu GmbH: Prof. Dr. Karin Kovar