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Digitale Teilhabe, grüne Oasen und Arbeit im Alter

26.01.2026

Vier Forschungsprojekte der OST liefern neue Perspektiven für ein gesundes Altern – und haben bereits konkrete Lösungen hervorgebracht.

Group gardening
Im Projekt AGEWISE untersucht die OST, wie ältere Menschen über das Rentenalter hinaus beruflich aktiv bleiben und was sie dafür brauchen.
Green Pond
HealthyAge Environments zeigt auf, wie begrünte Aussenräume in Alters- und Pflegeheimen die Lebensqualität verbessern und gleichzeitig zur Klimaanpassung beitragen können.
Chatbot and Group
Im Projekt CommunityBot entwickelte die OST gemeinsam mit Alters- und Pflegeheimen einen Prototyp, der ältere Menschen über ihre Interessen miteinander vernetzt und reale Begegnungen fördert.
Group Workshop
VIA entwickelt Lösungen, um älteren Migrantinnen und Migranten den Zugang zum Schweizer Gesundheitssystem zu erleichtern – gemeinsam mit Betroffenen und Fachpersonen.

Wie können Menschen gesund, sicher und sozial eingebunden leben? Mit dieser Frage haben sich vier interdisziplinäre Forschungsteams der OST – Ostschweizer Fachhochschule intensiv auseinandergesetzt. Die Projekte zeigen: Alter ist vielfältig und verlangt flexible Modelle, neue Technologien und gemeinschaftlich gedachte Räume. Erste Resultate belegen, wie gezielte Forschung den Alltag älterer Menschen verbessern kann. Finanziell unterstützt wurden die Projekte 2025 über ein Förderprogramm der OST, das innovative Ansätze rund um das Thema «Healthy Living and Aging» ermöglicht.
 

Arbeit im Alter: Wenn Sinnhaftigkeit auf Notwendigkeit trifft

Im Projekt «AGEWISE» untersuchten die Forschenden, warum viele Menschen über das Rentenalter hinaus berufstätig bleiben. Die Ergebnisse überraschen: Rund 60 Prozent der Befragten arbeiten freiwillig weiter – etwa, weil sie ihre Tätigkeit als sinnstiftend empfinden. Ein Viertel hingegen tut dies aus finanzieller Not. Für eine altersfreundliche Arbeitswelt braucht es daher flexible Modelle und gezielte Massnahmen gegen Altersdiskriminierung. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wird derzeit ein Folgeprojekt entwickelt, das Praxispartner, Forschungseinrichtungen und Arbeitgebernetzwerke enger zusammenbringt.
 

Digital verbunden: Der CommunityBot schafft echte Begegnungen

Wie kann Technologie helfen, Einsamkeit im Alter zu lindern? Dieser Frage widmete sich das Projekt «CommunityBot». Das interdisziplinäre Team entwickelte einen sprachbasierten Prototyp, mit dem ältere Menschen ihre Interessen erfassen und so mit Gleichgesinnten in Kontakt kommen können – über Alters- und Pflegeheimgrenzen hinweg. Die Rückmeldungen aus drei beteiligten Heimen zeigen: Der Bedarf an einer einfach zugänglichen digitalen Lösung, die soziale Brücken baut, ist gross. Eine Folgefinanzierung ist in Planung, um den CommunityBot zur marktreifen Anwendung weiterzuentwickeln.
 

Mehr als schön: Grünräume als Gesundheitsfaktor

Das Projekt «HealthyAge Environments» erforschte, wie Aussenräume in Alters- und Pflegeheimen gestaltet sein müssen, um gesundheitsfördernd und klimatauglich zu wirken. Die Interviews mit Heimen zeigen, dass das Interesse an Begrünung hoch ist, allerdings fehlt es oft an Wissen, Ressourcen oder Zeit. Eine reine Online-Plattform genügt nicht, wie die Forschenden feststellten. Deshalb sollen künftig mobile Teststationen und Workshops helfen, Wissen direkt in die Praxis zu bringen. Erste Prototypen für grüne Module sind in Planung.
 

Gesundheitsversorgung für ältere Migrantinnen und Migranten

Im Projekt «VIA» entwickelten die Forschenden einen digitalen Prototyp, der ältere Menschen mit Migrationsgeschichte beim Zugang zum Schweizer Gesundheitswesen unterstützt. Sprachbarrieren, Fachbegriffe oder Unsicherheiten im Umgang mit Arztpraxen führen oft dazu, dass wichtige medizinische Abklärungen nicht stattfinden. VIA setzt hier an: Die Anwendung dokumentiert Symptome und Fragen mehrsprachig und erhöht so das Vertrauen in Gesundheitsangebote. Für die Weiterentwicklung sind nun strategische Partnerschaften mit Gemeinden und Gesundheitseinrichtungen vorgesehen.
 

Gesellschaftlicher Mehrwert durch angewandte Forschung

Die vier Projekte zeigen eindrücklich, wie praxisorientierte Forschung der OST zur Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen beiträgt und dabei ältere Menschen als aktive Mitgestaltende ernst nimmt. Alle Projektteams arbeiten bereits an der nächsten Phase: mit neuen Partnern, weiteren Studien und der Entwicklung konkreter Anwendungen.