Forschungsprojekt
Rural-Move: Unabhängige Mobilität im Alter im ländlichen Raum verstehen und fördern
Das Projekt untersucht, wie räumliche und soziale Faktoren die unabhängige Mobilität älterer Menschen in ländlichen Regionen beeinflussen. Durch eine Mixed-Methods-Analyse werden zentrale Barrieren und fördernde Bedingungen identifiziert, um gezielte Massnahmen für gesundes Altern abzuleiten.
Hintergrund:
Unabhängige Mobilität ist zentral für gesundes Altern, da sie körperliche Aktivität, psychisches Wohlbefinden und soziale Teilhabe fördert. Gerade in ländlichen Regionen erschweren grosse Distanzen, eingeschränkte ÖV-Angebote und der Rückgang lokaler Dienstleistungen die Alltagsmobilität älterer Menschen. Fehlende Fusswege, Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum oder sichere Fusswegeverbindungen wirken ebenso hemmend wie soziale Barrieren, etwa Unsicherheitsgefühle oder geringe Teilhabechancen. Bisher wurden räumliche und soziale Einflussfaktoren meist getrennt betrachtet; ihr Zusammenspiel in ländlichen Räumen ist jedoch kaum erforscht. Das Projekt schliesst diese Lücke, indem es untersucht, wie diese Faktoren interagieren und welche Barrieren oder Ressourcen für die Mobilität von Menschen ab 65 Jahren prägend sind.
Methoden:
Das Projekt folgt einem Mixed-Methods-Ansatz und wird in zwei ländlichen Gemeinden der Ostschweiz getestet. Eine Literaturrecherche identifiziert theoretische Grundlagen zu räumlichen und sozialen Determinanten der Mobilität im Alter. Problemzentrierte Interviews mit politischen Vertreter:innen erfassen lokale Rahmenbedingungen und institutionelle Perspektiven. Fokusgruppen mit älteren Menschen mit und ohne Mobilitätseinschränkungen beleuchten Alltagserfahrungen, Hindernisse und soziale wie räumliche Wechselwirkungen. In Co-Creation-Workshops werden gemeinsam mit Betroffenen und den Gemeinden Strategien und priorisierte Massnahmen entwickelt. Die Ergebnisse werden synthetisiert, um zentrale Einflussfaktoren und Interaktionen zu beschreiben und Handlungsempfehlungen zu formulieren.
Ergebnisse und Wirkung:
Das Projekt schafft ein empirisch fundiertes Verständnis dafür, wie räumliche und soziale Faktoren die Mobilität älterer Menschen in ländlichen Regionen gemeinsam prägen. Es liefert neue Erkenntnisse zu Barrieren und förderlichen Bedingungen, die bislang kaum systematisch untersucht wurden. Die praxisnahen Empfehlungen unterstützen die Gemeinden dabei, Massnahmen zur Verbesserung von Infrastruktur, Sicherheit und sozialer Teilhabe zu entwickeln. Durch die Einbindung älterer Menschen in Co-Creation-Workshops entstehen lösungsorientierte Ansätze, die lokale Bedürfnisse widerspiegeln. Methodisch trägt das Projekt zur Weiterentwicklung kombinierter Analyseansätze bei und schafft die Basis für eine im Folgeprojekt zu entwickelnde Toolbox, die anschliessend in weiteren Gemeinden eingesetzt werden kann.
Laufzeit: 01.02.2026 - 31.12.2026
Projektfinanzierung:





