Energiewende als Gemeinschaftsprojekt
Die Energiewende gelingt nur in Zusammenarbeit von Technik, Wirtschaft und Gesellschaft. Als Teil des interdisziplinären Schwerpunkts Klima und Energie (IdS K&E) werden gezielt Forschungsprojekte gefördert, in denen Expert:innen aus der entsprechenden Fachdisziplinen gemeinsam Lösungen entwickeln. Nicht nur der technische Aspekt ist entscheidend, sondern auch die gesellschaftliche Akzeptanz, erfolgsversprechende Geschäftsmodelle und Anreize zu Verhaltensänderung von Unternehmen und Konsument:innen.
Kontakt
Interdisziplinärer Schwerpunkt Klima & Energie (IdS K&E)
Oberseestrasse 10
8640 Rapperswil

Unsere Vision
Der Schweizer Gebäudebestand verursacht rund 10 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr, etwa ein Viertel der gesamten Emissionen des Landes. Obwohl es einen starken Anstieg des Einbaues von Wärmepumpen in den letzten Jahren gab, werden noch immer rund 70 % der Gebäude durch fossile Energieträger beheizt. Es braucht demnach eine umfassende und effiziente Sanierung des bestehenden Gebäudebestandes in der Schweiz. Das Projekt «RENOWAVE» setzt genau hier an. Sein Ziel ist es, die CO₂-Emissionen des Gebäudeparks durch energetische Sanierungen und die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energien zu senken. Die Umsetzung dieser Energiewende bringt jedoch zahlreiche technische, finanzielle und organisatorische Herausforderungen mit sich. Um diese zu bewältigen, arbeitet ein interdisziplinäres Team, aus 16 Forschungsgruppen und 46 Umsetzungspartner aus Industrie, Wissenschaft und öffentlichen Institutionen zusammen, und bündeln ihr Wissen und ihre Erfahrung. Erfahren Sie in diesem Video mehr über das Forschungsprojekt und gewinnen Sie spannende Einblicke in seinen Ansatz:
Wir gestalten den Übergang zu einer klimaneutralen und resilienten Energieversorgung, die fossile Energieträger langfristig ersetzt und ökologische, wirtschaftliche sowie soziale Nachhaltigkeit vereint. Die Energiewende verstehen wir als interdisziplinäre Gemeinschaftsaufgabe. Technologische Innovationen in erneuerbaren Energien, Energiespeicherung und Effizienz bilden dafür die Grundlage. Ihr Erfolg hängt jedoch ebenso von gesellschaftlicher Akzeptanz, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und verantwortungsvollem Verhalten ab. Unsere Vision ist eine Gesellschaft, die Energie nachhaltig produziert und nutzt, Versorgungssicherheit stärkt und allen Menschen soziale und wirtschaftliche Teilhabe ermöglicht. Durch wissenschaftlich fundierte Zusammenarbeit zwischen Forschung, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft schaffen wir tragfähige Lösungen für eine lebenswerte Zukunft ohne fossile Energieträger.
Dieses Zielbild fordert Veränderungen in den folgenden Bereichen:
1. Investitionen
Private Haushalte, Unternehmen und Institutionen der öffentlichen Hand investieren in die Erzeugung, Verteilung, Speicherung und Nutzung von Energie. Diese Investitionsentscheidungen müssen konsequent zugunsten erneuerbarer Energien, intelligente Netzinfrastrukturen und Speichertechnologien ausfallen. Das adressiert den Gebäudebereich, die Produktion von Gütern und Dienstleistungen, die Mobilität und die Erzeugung, Verteilung und Speicherung von Strom und Wärme.
2. Energienutzung
Mit der Veränderung unserer Wirtschaftsstruktur und Lebensweise verschiebt sich der Schwerpunkt der Energienutzung in der Schweiz von der Produktion zur Dienstleistung – vor allem auch für Freizeit und Konsum. Durch importierte Güter verursachen wir aber einen Energieverbrauch im Ausland («Scope 3», «graue Energie») und durch Wachstum der IT-Nutzung (KI) steigt auch der inländische Stromverbrauch. Beides erschwert die Reduktion unseres CO2-Fussabdrucks. Lösungsansätze liegen in der Steuerung der Nachfrage, z.B. durch Preisgestaltung, und in Verhaltensänderungen von Konsument:innen und Produzent:innen.
3. Energieverteilung und -speicherung
Erneuerbare Energien werden zukünftig in Form von Strom und Wärme verfügbar, dezentral erzeugt und teilweise über Netze verteilt. Das Management dieser Netze und die Gestaltung geeigneter ökonomischer und regulatorischer Rahmenbedingungen werden entscheidend zum Erfolg der Energiewende beitragen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Ausgleich der Entwicklung zwischen Angebot (Investitionen) und Nachfrage (Energienutzung).
Unsere Kompetenzen
In «Planung/Steuerung/Management»
Neben technologischen und infrastrukturellen Lösungen beschäftigen wir uns mit den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Voraussetzungen der Energiewende (Kompetenzzentrum Business Law). Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Ansätzen für Digitales Nachhaltigkeitsmanagement sowie für die nachhaltige Weiterentwicklung von Organisationen und Unternehmen. Dabei unterstützen wir Organisationen dabei, Nachhaltigkeit strategisch zu verankern und Transformationsprozesse langfristig wirksam zu gestalten. Wir untersuchen Faktoren wie gesellschaftliche Akzeptanz, neue Geschäftsmodelle, Anreizsysteme und Verhaltensänderungen von Unternehmen und Konsument:innen (Kompetenzzentrum Strategisches Management). Mit diesen Arbeiten tragen wir dazu bei, technologische Innovationen erfolgreich in wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen zu integrieren und die Energiewende als gemeinschaftlichen Transformationsprozess nachhaltig zu gestalten.
Auf der Ebene “Stadt/Region/Versorgungsnetze”
Auf der Ebene von Städten und Regionen unterstützen wir die Energiewende durch eine ganzheitliche Betrachtung der Bereiche Wärme, Strom und Mobilität. Wir unterstützen das Energiemanagement in Stromnetzen durch Simulationen und die Entwicklung thermischer Netze. Unterstützende Massnahmen entwickeln wir vor allem in der Raumplanung am IRAP in Zusammenarbeit mit regionalen Initiativen wie der Klima Charta Zug+. Ein Schwerpunkt liegt im Bereich Information, Kommunikation & Partizipation in Gemeinden und Nachhaltiger Transformation. Mit verschiedenen Tools unterstützen wir die Vermittlung komplexer Zusammenhänge für die Praxis, z.B. dem Simulationstool PowerCheck oder dem Simulationsspiel PowerPlay.
Auf der Ebene “Areal/Gebäude/Anlage
Wir fördern die Entwicklung vom Massnahmen zur Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz durch integrative Betrachtung energetischer Systeme wie Gebäude (Gebäudetechnik IET Institut für Energietechnik und Kompetenzen Gebäudetechnik am SPF Institut für Solartechnik) und industrielle Prozesse. Ein Fokus liegt auf Systemsimulationen und Systemoptimierungen u.a. zur Unterstützung von Entscheidungen.
Auf der Ebene “Technische Lösung”
Im Zentrum steht die dezentrale Energieversorgung mit Photovoltaik, Solarthermie, Windenergie, Umgebungswärme und Wasserkraft. Innovative Lösungen zur Energiespeicherungen entwickeln wir in Power-to-X - IET Institut für Energietechnik, Carbon Capture & Power-to-X und Batterien| EMS Institut für Entwicklung Mechatronischer Systeme. Dabei unterstützen wir auch die Entwicklung Nachhaltiger Innovation, das Technology Management und Innovation & Development unabhängig von der Technologie.
Kooperieren, studieren und informiert bleiben
Für externe Kooperation
Die OST versteht sich als starke Partnerin für Akteure in der Region. Gemeinden und Unternehmen profitieren von gemeinsamen Entwicklungs- und Beratungsprojekten, gezielten Weiterbildungsangeboten sowie vom Zugang zu Fachspezialistinnen und -spezialisten aus unserem Klimacluster. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, um konkrete Herausforderungen vor Ort zu analysieren und gemeinsam praxisorientierte Lösungen zu erarbeiten.
Für ein Studium an der OST
Wer aktiv an der nachhaltigen Energiewende mitwirken möchte, ist an der OST mit dem Bachelorstudiengang Erneuerbare Energien und Umwelttechnik genau am richtigen Platz. Im Master Energy and Environment wird nicht nur das Wissen bezüglich Umwelttechnik vertieft, sondern aktiv Lösungen für die Energiewende mitentwickelt. Die OST bietet für alle Fachbereiche interdisziplinäre Kontextmodule an beispielsweise zu «off-grid Technologien für die Grundversorgung mit Wasser, Hygiene und Sonnenergie» oder zu «Technologien für nachhaltige Entwicklung im globalen Süden».
Für aktuelle Informationen
Bleiben Sie mit dem interdisziplinären Newsletter Klima und Energie am Puls der Forschung und Praxis an der OST. Der Newsletter erscheint drei bis viermal im Jahr. Das Abo ist kostenlos und jederzeit mit einem Klick kündbar.
In der aktuellen Ausgabe erwarten Sie Einblicke in Projekte von Kuba über Winterthur bis hin zu internationaler Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Von einer innovativen Low-Tech-/Low-Cost-Kühlungsanlage über einen revolutionären Schwammkreisel zu Tools für ein nachhaltiges Stadtleben.
Weitere Projekte mit Bezug zur Energiewende
Forschungsprojekt
Papieri Cham – zukunftweisendes Areal auf dem Weg zu Plusenergie
Das Papieri-Areal in Cham ist ein ehemaliges Industrieareal der Papierindustrie, das von der Cham Group in Etappen zu einem neuen Quartier mit im Endausbau 1000 Wohnungen und 1000 Arbeitsplätzen entwickelt wird. Die bestehenden Industriebauten werden saniert, umgenutzt…
Forschungsprojekt
CODEWIND - Gemeinschaftsorientierte Windenergie in der Schweiz: Entwicklung eines digitalen Co-Design-Frameworks für Zusammenarbeit und Planung
Es mangelt an Verständnis für die potenziellen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Vorteile der Windenergie für die lokale Wirtschaft in der Schweiz und an standardisierten Instrumenten, die die verschiedenen Schweizer Kantone anwenden können.
…Forschungsprojekt
DigiSolar – Digitale Tools für hybride solarthermische Systeme
Die Dekarbonisierung der Industrie und von Fernwärmenetzen gehört zu den grössten Energieherausforderungen Europas. DigiSolar zielt darauf ab, grosskalige solarthermische (ST) Systeme zu transformieren, indem sie mit anderen erneuerbaren Energiequellen integriert werden.…
Forschungsprojekt
SwissSTES – Swiss Seasonal Thermal Energy Storage
Das Projekt SwissSTES zielt darauf ab, die Verbreitung von saisonale thermischen Energiespeichern (STES) in der Schweiz zu fördern. Das interdisziplinäre Konsortium bringt alle relevanten Akteure aus Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft zusammen.
…Forschungsprojekt
Solartanne – Montagelösungen für Photovoltaik-Anlagen an exponierten Lagen
Das Projekt soll Montagelösungen für günstige und qualitativ hochwertige PV-Anlagen an exponierten Lagen ermöglichen. Das innovative System ermöglicht hohe Winterstromerträge und somit einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Stromversorgung in den Wintermonaten. Die zwei…
Lehr- und Weiterbildungsmöglichkeiten
Anmeldung
Jetzt für einen Bachelor in Erneuerbare Energien und Umwelttechnik in Rapperswil anmelden.
Beratungsgespräch
Sie möchten eine persönliche Beratung durch die Profilleitung?
Aktuelle Meldungen
Veranstaltungen
Projektverantwortung
Prof. Dr. Susanne Kytzia
IBU Institut für Bau und Umwelt Professorin, Leiterin des Interdisziplinären Schwerpunkts "Climate and Energy"
+41 58 257 49 17 susanne.kytzia@ost.ch
Prof. Dr. Andreas Häberle
Fachabteilung Erneuerbare Energien und Umwelttechnik Professor, Fachabteilungsleiter EEU, Institutsleiter SPF
+41 58 257 48 22 andreas.haeberle@ost.ch
Prof. Dr. Michael Hans Gino Kraft
IOL Institut für Organisation und Leadership Leiter Kompetenzzentrum Qualität & Nachhaltigkeit
+41 58 257 12 82 michael.kraft@ost.ch








