CAS Schulsozialarbeit

Kinderrechtsorientiert & kooperativ

Die Schulsozialarbeit bietet eine niederschwellige und beziehungsorientierte Anlaufstelle im schulischen Alltag. Eine Tätigkeit in diesem komplexen Handlungsfeld der Sozialen Arbeit setzt spezifisches Wissen und Können voraus. Der CAS Schulsozialarbeit vermittelt entlang der Kinderrechtskonvention professionelle Kompetenzen und fördert die Kooperation zwischen Berufseinsteigenden und schulischen, schulnahen sowie familienergänzenden Fachstellen.

Als Fachstelle innerhalb einer Schule steht die Schulsozialarbeit nicht nur Kindern und Jugendlichen zur Verfügung, sondern auch deren Lehrpersonen und Familien. Sie leistet einen Beitrag zur Stärkung des Schul- und Familiensystems und prägt die Schul(haus)kultur mit. 

Der Zertifikatslehrgang (CAS) Schulsozialarbeit beleuchtet Krisen und krisenbehaftete Themen (Scheidung, Kindesschutz, Medienpädagogik). Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen im Zusammenhang mit Kinderrechten, Lebenskompetenzen und der Integrität besonders verletzlicher Gruppen (LGTBQI, Behinderung, Migration). Zudem werden Vernetzungsthemen mit Vertretenden von Fachstellen diskutiert und spezifische Methoden der Gesprächsführung mit Kindern behandelt. Weitere Themen sind unter anderem Gruppen- und Klasseninterventionen sowie Elternarbeit und Prozessmanagement. Fragen zur Qualitätssicherung und Entwicklung in der Schulsozialarbeit runden den Lehrgang ab. 

«In dieser abwechslungsreichen Weiterbildung habe ich viele neue Inputs zu verschiedenen Arbeitsmethoden der Schulsozialarbeit erhalten– sei es zur Gesprächsführung oder zur Resilienzförderung.» 

Pascal Schwarzhans, Absolvent CAS Schulsozialarbeit

Auf einen Blick

Abschluss

Certificate of Advanced Studies CAS in Schulsozialarbeit (15 ECTS-Punkte)

Schwerpunkte

  • Krisen und Herausforderungen im schulischen Kontext
  • Integritätswahrung und Förderung von Wohlbefinden
  • Kooperation/Ko-Kreation von schulischen, schulnahen und weiteren Fachstellen
  • Methoden der Schulsozialarbeit (Einzeln, Gruppen & Klassen, Erziehungspartnerschaften, Gemeinwesen, Prozessmanagement)
  • Evaluation und Qualitätssicherung von Schulsozialarbeit

Nutzen

In diesem kinderrechtsorientierten und kooperativen Lehrgang erlangen die Teilnehmenden fundiertes Wissen und Können, um Kinder und Jugendliche in ihrem Wohlbefinden und ihrer Integrität zu fördern. Zudem erhalten sie die Möglichkeit, sich bereits während des Lehrgangs mit Vertretenden verschiedener relevanter Fachstellen zu vernetzen.

Dauer

Berufsbegleitend während 10 Monaten, 19 Präsenztage
(Anzahl Präsenztage variiert je nach Lehr- und Lernform. Verbindlich ist der aktuelle Terminplan.)

Kosten

CHF 7200 inkl. Unterlagen, Leistungsnachweisen und Zertifikat (Preisänderungen vorbehalten)

Zulassung

Anerkannter Tertiärabschluss (Universität, Fachhochschule, Höhere Fachschule ) in Sozialer Arbeit/verwandten Stdiengängen oder Anstellung in der Schulsozialarbeit

Durchführungsort

Campus St.Gallen

Beginn

Die nächste Durchführung des CAS Schulsozialarbeit ist in Planung auf April 2022.

Der Zertifikatslehrgang besteht aus folgenden Themenschwerpunkten:

Lehrgangseröffnung und Einführung in die Schulsozialarbeit

  • Handlungs- und Strukturmaximen in der Schulsozialarbeit 
  • Nutzung dieser Maximen als Argumentarium zur Professionalisierung und für Verhandlungen mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern
     

Krisen und Herausforderungen im schulischen Kontext

Krisenbegriff im Allgemeinen 

  • Merkmale von Krisen
  • Krisen frühzeitig erkennen und entsprechend intervenieren (Fallbeispiele)

Zivilrechtlicher Kindesschutz

  • Vermittlung der rechtlichen Grundlagen des zivilrechtlichen Kindesschutzes
  • Verfahren und Rollen der Akteure
  • Berührungspunkte zur Schulsozialarbeit

Medienpädagogik und -sozialisation

  • digitale Medien und ihre Rolle im Alltag der Schulsozialarbeit
  • Rüstzeug für die Praxis
     

Integritätswahrung und Förderung von Wohlbefinden

Kinderrechtskonvention und Capability-Approach

  • Potential von Kindern fördern
  • Anerkennung und Achtung von Kinderrechten fördern

Besonders vulnerable Kinder und Jugendliche

  • Aufwachsen unter bestimmten Voraussetzungen (Migration/Flucht, Gender, Familienkonstellationen, Beeinträchtigung usw.)
  • Unterstützung besonders vulnerabler Kinder und Jugendlicher durch die Schulsozialarbeit

Förderung von Lebenskompetenz nach Lehrplan 21

  • Kompetenzorientierung im Lehrplan 21
  • Wie kann die Schulsozialarbeit die Schule in der Förderung der Lebenskompetenz unterstützen?

Psychische Gesundheit

  • Seelisches Wohlbefinden als zentrale Voraussetzung für die Bewältigung von Schwierigkeiten in der Entwicklung
  • Förderung der Resilienz 
     

Kooperation/Ko-Kreation

Intraprofessionelle Vernetzung

  • Schulsozialarbeiterische Perspektive in der Schule
  • Austausch mit Vertreterinnen und Vertertern verschiedener Fachstellen

Intraprofessionlle Netzwerkbildung in Krisensituationen

  • Koordiniertes und professionelles Planen und Handeln in Krisensituationen
  • Interdisziplinäre Lösungen zu konkreten Fallbeispielen

Kooperation und Ko-Kreation von Schule und Schulsozialarbeit

  • Wirkung und Potential von Kooperation und Ko-Kreation von Schulsozialarbeitenden und schulischen Mitarbeitenden
  • Austausch mit Schulleitungen und Ausbildungsverantwortlichen der Pädagogischen Hochschule
     

Methoden der Schulsozialarbeit

Soziale Gruppenarbeit

  • Gruppen wie z.B. Schulklassen und Peer-Groups als «Sozialisationsagenturen»
  • gruppendynamische Muster, Gruppenzyklus, rollenspezifische Erwartungen
  • gruppenbezogenes Know-how selbst «ausprobieren»

Beratung/Gesprächsführung

  • Zentrale Theorieansätze und deren theoretische Ausformung als Mittel, um auf unterschiedliche Beratungskontexte und -settings angemessen reagieren zu können
  • Reflexion des methodischen Vorgehens – sowohl in Bezug auf die Face-to-Face-Beratung als auch in der Vermittlung bei Konflikten in Grossgruppen

Elternarbeit und Erziehungspartnerschaften

  • Systemische Elternarbeit und Elternberatung in der Schulsozialarbeit
  • Erziehungspartnerschaften gestalten, stärken und nutzen aus der Perspektive der Schulsozialarbeit

Gemeinwesenarbeit und Prozessmanagement

  • Veranschaulichung des Mehrwerts der Gemeinwesenarbeit anhand konkret realisierter Good-Practice-Projekte aus der Praxis der Schulsozialarbeit
     

Qualitätssicherung und Entwicklung

Erhebung und Evaluation 

  • Evaluationsmethodische Grundlagen
  • Fragebogen und Interview (inkl. Online-Befragung) als Schwerpunktthemen

Berichtwesen / Aktenführung 

  • Intersubjektive Nachvollziehbarkeit des methodischen Vorgehens in der Fallführung
  • Datenschutzbestimmungen und Persönlichkeitsschutz (Schweigepflicht)
  • Standardisierbarkeit der Aktenführung (Bsp. Computersoftware für Fallführung u.ä.)
     

Abschlusskolloquium

  • Mündliche Präsentation der Abschlussarbeit (Fallbearbeitung - Praxisbeispiel) mit anschliessendem kollegialem Feedback und Diskussion

Dieser Lehrgang schliesst mit mindestens einem Leistungsnachweis ab.

Zielgruppe

Der CAS Schulsozialarbeit richtet sich an Fachkräfte der Sozialen Arbeit, praktizierende Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sowie an interessierte Fachpersonen aus der Sozialen Arbeit, die beabsichtigen, in dieses Berufsfeld einzusteigen.

Zulassung

Zugelassen sind Personen mit:

Anerkanntem Tertiärabschluss (Universität, Fachhochschule oder Höhere Fachschule) in Sozialer Arbeit: (BSc oder MSc Soziale Arbeit (OST, ZHAW, FHNW, BFH, HSLU), Sozialpädagogik (Uni))

oder

Anstellung in der Schulsozialarbeit

Sie bringen eine andere Vorbildung mit? Falls Sie die Aufnahmebedingungen nicht erfüllen, jedoch eine adäquate Berufserfahrung im Bereich des Themengebiets vorweisen können, ist eine Aufnahme «sur Dossier» möglich. Gerne führen wir ein persönliches Gespräch.

Sur Dossier:

Anerkannter Tertiärabschluss (Universität, Fachhochschule, Höhere Fachschule oder Höhere Fachprüfung) in verwandten Studiengängen (Pädagogik/Erziehungswissenschaft/…) 

Einschlägige Arbeitserfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe

Da der Lehrgang E-Learning gestützt ist, werden grundlegende PC- und Social-Media-Kenntnisse vorausgesetzt.

Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens
Für Teilnehmende ohne Hochschulabschluss ist das Seminar Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens im Sinne einer Nachqualifikation obligatorisch.

Die Absolventinnen und Absolventen

  • positionieren sich als Schulsozialarbeitende mit spezifisch geschultem Kompetenzprofil;
  • wissen, wie sie als Schulsozialarbeitende mit Kindern und Jugendlichen zu verschiedenen Themen Gespräche führen und ein- bzw. mehrmalige Gruppeninterventionen durchführen können;
  • verfügen über fundiertes Wissen und Können, um Kinder und Jugendliche in ihrem Wohlbefinden und ihrer Integrität systemisch und lösungsorientiert zu fördern;
  • argumentieren in ihrer Praxis anhand der Kinderrechtskonvention und ihrer Kenntnisse über Faktoren des Wohlbefindens und der Integrität von Kindern;
  • sind in der Lage, komplexe Fallsituationen im Zusammenhang von Schule und Elternhaus sicher zu unterstützen und zu begleiten;
  • können systematisch Kooperationen eingehen und diese für ihre Fallarbeit nutzen;
  • haben sich mit verschiedenen relevanten Themen der Schulsozialarbeit beschäftigt und verfügen aufgrund der Unterrichtseinheiten über Nachschlagemöglichkeiten zur individuellen Vertiefung;
  • Sind durch ihre Teilnahme an den CAS-Unterrichtstagen bereits intensiv vernetzt mit Fachstellen, die ihren Berufsalltag tangieren;
  • Haben sich praxisorientiert mit Methoden und Instrumenten vertraut gemacht, die sie selbst anwenden können.

Sind Sie unsicher, ob diese Weiterbildung zu Ihnen passt? Wir beraten Sie gerne: kostenlos und unverbindlich.

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