Forschungsprojekt

Wasserstoffproduktion im Kanton Schwyz

Ebs Energie baut eines seiner Wasserkraftwerke aus, um im Sommer, wenn die Strompreise niedrig sind, Wasserstoff zu produzieren. Das IET unterstützt sie gemeinsam mit der HSLU bei dieser Aufgabe, indem es Fachwissen einbringt und Forschungsarbeiten zum Projekt durchführt.

Die ebs Energie, Gas- und Stromversorger der Stadt Schwyz und Umgebung, besitzt ein Laufwasserkraftwerk im Muothal. Leider produziert dieses Kraftwerk, wie die meisten Laufwasserkraftwerke in den Alpen, vor allem im Sommer Strom, wenn der Verbrauch am niedrigsten und die Produktion der europäischen Sonnenkollektoren am höchsten ist. Der Strommarkt ist daher zu dieser Jahreszeit gesättigt und die Preise sinken, was das Wasserkraftwerk unrentabel macht. Um dieses Problem zu lösen, beschloss ebs Energie, die Anlage in Verbindung mit einem Elektrolyseur zur Erzeugung von Wasserstoff zu nutzen, der dann für die Mobilität genutzt, in das Gasnetz eingespeist oder für den Winter gespeichert werden kann. Die ebs Energie hat diesbezüglich bereits mit der Käppli AG zusammengearbeitet.

Das Projekt ist Teil des Innosuisse-Flagships DeCIRRA, das 36 Forschungs- und Umsetzungspartner zusammenbringt und als solches bis 2026 läuft. Das IET wird zusammen mit der HSLU die ebs Energie bei der Entwicklung dieses zukunftsweisenden Projektes unterstützen und sich auf forschungsorientierte Fragestellungen konzentrieren.

Studie über den Markt für schwere Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff

Eine der in Betracht gezogenen Möglichkeiten, den produzierten Wasserstoff zu verkaufen, ist der Bau einer Wasserstofftankstelle in Schwyz, in der Nähe der Autobahn. Das IET hat eine umfassende Studie über den Markt für schwere Wasserstofffahrzeuge durchgeführt, um abzuschätzen, wie sich die Wasserstoffmobilität in der kurz- und langfristigen Zukunft entwickeln könnte, insbesondere im Hinblick auf die Druckstufen für die Speicherung von Wasserstoff in Lastwagen.

Einspeisung von Wasserstoff in das bestehende Gasnetz

Der erzeugte Wasserstoff könnte auch in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden, und zwar bis zu einem Anteil von 10 %. Auch diese Lösung wurde vom IET dank der von der ebs Energie zur Verfügung gestellten Daten untersucht.

Hochspannungsleitung und Wirtschaftlichkeitsstudie

Da der Elektrolyseur nicht am Standort des Wasserkraftwerks gebaut werden kann, müsste eine Übertragungsleitung errichtet werden, um die beiden Anlagen miteinander zu verbinden. Das IET wurde beauftragt, die kostengünstigste Lösung zwischen dem Bau einer neuen Leitung oder der Zahlung von Netzentgeltgebühren zu ermitteln. Zu diesem Zweck musste ein Verständnis der aktuellen Gesetze sowie ihrer möglichen Änderungen in den nächsten Jahren erworben werden.

Laufzeit: 01.02.2022 - 28.02.2026

Projektfinanzierung:

Innosuisse

Kooperation:

ebs Energie AG

Hochschule Luzern