Kinästhetik

Die Förderung dieser Bewegungskompetenz bei der pflegerischen Unterstützung in Alltagsaktivitäten wie der Körperpflege oder beim Ankleiden, ist Aufgabe der professionellen Pflege. Diese Aufgabe hat einen hohen Stellenwert, da durch die Förderung der Bewegungskompetenz schwerwiegende Gesundheitsprobleme wie etwa ein Wundliegen (Dekubitus) verhindert werden können. Werden die Bewegungsmöglichkeiten der pflegebedürftigen Person bewusst miteinbezogen und gefördert, erlangt die Person mehr Autonomie und erfährt sich als selbstwirksam.

Auch Pflegepersonen können und sollen ihre Bewegungskompetenz entwickeln und sich damit vielfältige Möglichkeiten erarbeiten, wie sie bewegungseingeschränkte Personen bei Alltagsaktivitäten unterstützen können – ohne sich selbst körperlich zu überlasten.

Kinästhetik hat das Ziel, die Bewegungskompetenz von Pflegenden zu entwickeln und sie damit zu befähigen, eine bewegungs- und gesundheitsfördernde Pflege durchzuführen.

Die Fähigkeit, Bewegungsunterstützung professionell anzubieten, wird als Kinästhetikkompetenz beschrieben. Gesundheitseinrichtungen richten zunehmend den Fokus darauf, diese Kompetenz bei den Pflegepersonen zu fördern. Ziel ist, mittels der Kinästhetikkompetenz die bewegungsbezogene Gesundheit von pflegebedürftigen Personen und den Pflegenden gleichermassen zu erhalten bzw. stetig weiterzuentwickeln.

 

 

Im Kompetenzzentrum Rehabilitation und Gesundheitsförderung greifen wir dieses Ziel auf und widmen uns unter anderem folgenden Fragestellungen:
 

  • Wie sind Instrumente in Bezug auf die Kinästhetikkompetenz zur Outcome-Messung zu gestalten?
     
  • Wie kann die Kinästhetikkompetenz von Pflegepersonen unabhängig vom pflegerischen Setting nachhaltig entwickelt werden?
     
  • Welche Impactmechanismen beeinflussen die Entwicklung der Kinästhetikkompetenz?
     
  • Mit welchen Outcomes können die Effektivität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Kinästhetik in der Pflege bewertet und gemessen werden?
  • Welche Edukation benötigen pflegende Angehörige hinsichtlich einer gesundheitsfördernden Bewegungsunterstützung?

 

Zudem unterstützen wir unsere Praxispartner im Rahmen unseres Dienstleistungsangebotes bei der Implementierung und Evaluation von Kinästhetikprojekten.

Laufendes Projekt

Seit 2019

Begleitevaluation «Bildungs- und Entwicklungsprojekt Kinästhetik» der Samariterstiftung Nürtingen
Finanziert durch: Samariterstiftung Nürtingen
Projektleitung: Heidrun Gattinger

2020

Activity of Daily Living Support in End of Life care: The impact of the education-based intervention program «AdKinPal» for palliative care nurses
Finanziert durch: Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW), Förderprogramm «Forschung in Palliative Care», Gottfried und Julia Bangerter-Rhyner-Stiftung
Kooperationspartner: Kantonsspital Münsterlingen, Spital Affoltern am Albis, Kantonspital Winterthur
Projektleitung: André Fringer & Heidrun Gattinger

Bedeutung der Bewegungsunterstützung im interprofessionellen Kontext bei Menschen mit onkologischen Erkrankungen am Lebensende
Finanziert durch: Dr. Hans Altschüler Stiftung
Projektleitung: Heidrun Gattinger

Kompetenzorientiertes Qualitätsmanagement: Ein Qualitätsmanagementsystem zur Entwicklung der pflegerischen Interaktionsqualität auf der Basis der Kinästhetik
Finanziert durch: Kommission für Technologie und Innovation KTI (Nr. 26981.1 PFES-ES)
Kooperationspartner: Kinaesthetics Schweiz, Kliniken Valens, Pflegeheim Lindenfeld Suhr
Projektleitung: Heidrun Gattinger 

 

2019

Bewegungskompetenz in der häuslichen Pflege: Ein Unterstützungsprogramm für pflegende Angehörige
Finanziert durch: Fondation Sana
Kooperationspartner: Spitex West St. Gallen, Spitex RhyCare Altstätten, Spitex Arbon
Projektleitung: Heidrun Gattinger

Stressbewältigung und Teamstärkung durch Achtsamkeit: Mindfulness Based Intervention (StreAM)
Finanziert durch: Fachhochschule St.Gallen
Kooperationspartner: Zentrum für Integrative Medizin (ZIM), Kantonsspital St.Gallen
Projektleitung: André Fringer

 

2018

Bewegungskompetenz in den Alltag der stationären Langzeitpflege implementieren: Entwicklung einer Lerntoolbox. Eine Machbarkeitsstudie
Finanziert durch: FHS St.Gallen
Projektleitung: Heidrun Gattinger

Kompetenzorientiertes Qualitätsmanagement: Ein Qualitätsmanagementsystem zur Entwicklung der pflegerischen Interaktionsqualität basierend auf Kinästhetik. Eine Machbarkeitsstudie
Finanziert durch: FHS St.Gallen
Projektleitung: Heidrun Gattinger

 

2017

Entwicklung einer Intervention für Pflegepersonen zur Bewegungsförderung von älteren Menschen in der stationären Langzeitpflege
Finanziert durch: FHS St.Gallen
Projektleitung: Heidrun Gattinger

 

2016

Kinästhetik in der Palliative Care
Finanziert durch: Dr. Hans Altschüler Stiftung
Kooperationspartner: Kinaesthetics Schweiz
Projektleitung: Heidrun Gattinger

 

2013

KUS KinaestheticsUserScience: Begleitforschung Pflegehotel St. Johann
Kooperationspartner: Pflegehotel St. Johann, Basel
Projektleitung: Virpi Susanna Hantikainen

Seit 2017

Kinästhetik in der stationären Langzeitpflege – Entwicklung eines Implementierungskonzeptes
Teilfinanziert durch: FHS St.Gallen
Doktorandin: Carola Maurer

 

Seit 2013

Wirkung von Kinästhetik auf die Verminderung herausfordernden Verhaltens während der Unterstützung der Lebensaktivitäten bei demenzkranken Personen
Finanziert durch: Alzheimervereinigung, Ebnet Stiftung, SBK Schweiz
Doktorandin: Andrea Renz

Development and evaluation of two instruments to assess nursing staff’s competence in mobility care based on Kinaesthetics
Finanziert durch: Fachhochschule St.Gallen, Gesundheitsförderung Schweiz
Doktorandin: Heidrun Gattinger