Schub für landwirtschaftliche Technologien

Rückblick vom Freitag, 3. Dezember 2021

Das Schwerpunktthema des 2. Innovationsforums Ernährungswirtschaft in Tänikon lautete Smarte Lösungen für nachhaltige Lebensmittel.

Dank digitaler Technologien Nahrungsmittel nachhaltiger anbauen, verarbeiten und konsumieren: Unter diesen Leitgedanken hat das zweite Innovationsforum Ernährungswirtschaft viele Ansätze und Lösungen vermittelt. 

Der Standort Tänikon der vom Bund geführten Forschungsanstalt Agroscope sei gut aufgestellt, sagte Gastgeberin und Standortleiterin Nadja El Benni. Ergänzungen in den Bereichen Sensortechnik, Elektrotechnik, Informatik und Mechatronik könnte die vom Kanton Thurgau mitgetragene OST - Ostschweizer Fachhochschule einbringen. «Wir brauchen die Anwendung», bestätigte Jürgen Prenzler, Leiter des Instituts für Entwicklung Mechatronischer Systeme an der OST. Die Möglichkeiten in Tänikon seien mit der dort angesiedelten Swiss Future Farm ideal. Hier könnten Technologien und Forschungsthemen anwendungsorientiert entwickelt werden. Auch Regierungspräsidentin Monika Knill unterstrich die bedeutende Rolle von Agroscope und der Swiss Future Farm für die digitale und smarte Landwirtschaft. 

In zwei Referaten schilderten Vertreter aus Forschung und Industrie umweltrelevante Aspekte der Lebensmittelproduktion, -verarbeitung und des -konsums. Verbesserte Produktion und Konsumveränderungen könnten viel bewirken, doch man müsse akzeptieren, dass es keine Pauschallösungen gebe, sagte Thomas Nemecek als stellvertretender Forschungsgruppenleiter Ökobilanzen bei Agroscope. Urs Schenker, Nachhaltigkeitsexperte bei Nestlé, skizzierte die Zielsetzungen des Klimaaktionsplans Milch. 

Eine Reihe von weiteren Vorträgen zeigte verschiedene Aspekte und Ansätze zur Anwendung moderner digitaler Technologien auf. Robotiklösungen für die Feldbearbeitung präsentierten die GVS Agrar AG und die OST, Digitalisierung als Feintuning in der Prozessoptimierung war das Thema des Tiefkühlgemüseproduzenten Verdunova AG, das Punktesystem für Klima- und Ressourcenschutz erläuterte Lukas Barth, Leiter Nachhaltigkeit bei IP Suisse, und eine innovative Reinigungsanlage für pestizidhaltiges Waschwasser stellte Professor Michael Burkhardt von der OST vor.

Auf dem Rundgang durch die Swiss Future Farm wurden aktuelle Forschungsprojekte und technologische Möglichkeiten präsentiert. Das Spektrum reichte von Sensorik und Daten in der Milchviehhaltung zu virtuellen Zaunsystemen sowie «Precision Planting» und smarter Düngung bis zur Labor- und Qualitätssicherungssoftware vom Thurgauer Start-up 1LIMS.

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