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Bachelor Digital Design: Studieninhalt und -aufbau

Im Studiengang Digital Design beschäftigen Sie sich mit User-Centered DesignWebengineeringIdeenfindung & Workshopmoderation und Ethik & Nachhaltigkeit.

Der Unterricht im Studiengang Digital Design ist anwendungs- und praxisnah gestaltet. In unseren Lehrveranstaltungen setzen wir auf interaktive und workshoporientierte Formate, in denen die Anwendung der Lehrinhalte im Vordergrund steht. Die Dozierenden fungieren dabei als Coaches und unterstützen die Studierenden bei ihren konkreten Fragestellungen und Projekten.

Aufbau des Studiums

Sie schliessen Ihr Studium in 8 Semestern mit dem Bachelor of Science in Digital Design ab. Sie erwerben, wie für ein Bachelorstudium üblich, 180 ECTS-Credits. Die Credits verteilen sich auf die Kategorien User-Centered Design, Ideation & Facilitation, Webengineering und Ethik & Nachhaltigkeit.

  • User-Centered Design (30%): In diesen Modulen lernen Sie, wie benutzerfreundliche User Interfaces entwickelt werden. Dazu gehören die systematische Analyse von Arbeitsaufgaben, der strukturierte Entwurf von Prototypen sowie die Durchführung und Auswertung von Usability Tests. Der Schwerpunkt liegt auf übertragbaren Methoden, die vielfältig anwendbar sind.
  • Ideation & Facilitation (30%): Lernen Sie, wie Sie aus Nutzerforschung eine Produktvision entwickeln (Ideation) und diese in Workshops verfeinern (Facilitation). Sie lernen, Produkte zu gestalten, die genau auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer zugeschnitten sind und denen ein solides Geschäftsmodell zugrunde liegt.
  • Webengineering (30%): Im Webengineering stehen professionelle Softwareentwicklungsmethoden im Vordergrund. Sie arbeiten mit modernen Webtechnologien und lernen, wie Sie Ihre selbst entworfenen Frontends professionell umsetzen. In Projekten mit dem Studiengang Informatik lernen Sie moderne, agile Entwicklungsprozesse kennen.
  • Ethik & Nachhaltigkeit (10%): Hier lernen Sie die Grundlagen der Technologieethik und Nachhaltigkeit. Sie erfahren, wie datenschutzfreundliche Anwendungen entwickelt werden und wie Technologie zur Förderung ökologischer Nachhaltigkeit beitragen kann.

Organisation des Studiums

Das Studium besteht aus Präsenzunterricht und Selbststudium. Der Präsenzunterricht findet an 2,5 zusammenhängenden Tagen in der Woche statt. In Einzelfällen sind auch zwei oder drei Präsenztage möglich. Wenn ausserhalb des Musterstudienplans studiert wird, können sich andere Präsenzatge ergeben. Neben dem Studium empfehlen wir ein Arbeitspensum von maximal 50%.

Semesterdaten

Aktuelle Informationen zu den Prüfungs- und Unterrichtszeiten und zur unterrichtsfreien Zeit finden Sie in den Semesterdaten der Hochschule.

Präsenztage pro Studienjahr

  • 1. Jahr: Montag–Mittwochmittag
  • 2. Jahr: Mittwochmittag–Freitag
  • 3. Jahr: Montag–Mittwochmittag
  • 4. Jahr: Abhängig von den gewählten Wahlpflichtmodulen; durch Semester- und Bachelorarbeit sinkt der Präsenzanteil.

Unterrichtszeiten

1. Studienjahr

Im ersten Studienjahr erarbeiten Sie sich die Grundlagen des User-Centered Design und der Softwareentwicklung. Sie lernen den Gestaltungsprozess von User Interfaces kennen: von der Analyse der Nutzerbedürfnisse (User Research) bis zur Anwendung visueller Designprinzipien.

Zusätzlich trainieren Sie Ihre Rhetorik und Kommunikation, um Inhalte überzeugend zu präsentieren. Im Bereich Programmierung setzen Sie Python ein – eine Sprache, die besonders für die Datenanalyse und -visualisierung wichtig ist. Ihr erworbenes Wissen wenden Sie direkt in einem ersten Anwendungsprojekt praktisch an.

 

  • User-Centered Design 1 (Prototyping). Das Modul bietet eine praxisnahe Einführung in den menschzentrierten Gestaltungsprozess von User Interfaces. Sie lernen an einem konkreten Projekt, Nutzerbedürfnisse durch User Research zu erkennen, Prototypen zu entwickeln, zu testen und zu verbessern. Die einzelnen Prozessschritte werden in den Modulen UCD 2 und UCD 3 vertieft.
  • Visuelles Design 1. Sie erwerben die Grundlagen der visuellen Gestaltung, wie Typografie, Farbe und Form. Sie lernen, wie diese Elemente zusammenwirken und wie Sie Entwürfe fachgerecht beurteilen können. Damit gewinnen Sie ein solides Verständnis für die Prinzipien der visuellen Gestaltung und können eigene, einfache Konzepte umsetzen.
  • Mensch und Technologie. In diesem Modul geht es um die psychologischen Grundlagen der Mensch-Technologie-Interaktion. Sie lernen, wie kognitive Faktoren (z. B. Wahrnehmung), emotionale Aspekte (z. B. Stress) und soziale Einflüsse (z. B. Vertrauen) die Kommunikation zwischen Menschen sowie zwischen Menschen und Technologie beeinflussen.
  • Einführung in die Programmierung. Sie lernen die Grundlagen der objektorientierten Programmierung mit Python. Das Modul richtet sich besonders an Studierende ohne Vorkenntnisse. Personen mit Erfahrung (z. B. aus einer Lehre als Applikationsentwickler/-in) können stattdessen das Informatikmodul Objektorientierte Programmierung 1 wählen.
  • Informatikseminar. Dieses Modul bietet eine praxisorientierte Einführung in die Programmierung mit Python. Sie setzen Python kreativ ein und entwickeln eigene Prototypen mit Arduinos (z. B. kreative Eingabegeräte für Spiele). Dabei verbinden Sie Ihre Programme mit realen Sensoren und Aktoren, um interaktive physische Objekte zu gestalten.
  • Kommunikation & Präsentation. In diesem Modul lernen Sie, wie Sie Inhalte überzeugend und verständlich präsentieren. Sie üben rhetorische Grundlagen und erhalten praktische Techniken für wirkungsvolle Präsentationen und professionelle Kommunikation.
  • User-Centered Design 2 (User Research). In diesem Modul geht es darum, die Bedürfnisse von Benutzerinnen und Benutzer zu verstehen. Sie lernen, wie man Fragebögen erstellt, Interviews durchführt und auswertet sowie Usability-Tests durchführt. So erhalten Sie ein vertieftes Verständnis der Benutzerinnen und Benutzer und können dieses in die Gestaltung einfliessen lassen.
  • Visuelles Design 2. Dieses Modul vermittelt, wie Sie Ihre Entwürfe nicht nur gestalten, sondern auch kritisch hinterfragen. Sie beschäftigen sich mit Themen wie Ästhetik, Inklusion, Emotionalität und dem Einfluss von Artificial Intelligence auf Designprozesse. Durch praktische Übungen und theoretische Impulse entwickeln Sie eine Arbeitsweise, die Ihnen hilft, Design bewusst und verantwortungsvoll einzusetzen.
  • Programmieren mit Python. Sie vertiefen Ihre Kenntnisse in fortgeschrittenen Programmiertechniken mit Python. Der Fokus liegt auf der Analyse und Visualisierung von Daten aus Experimenten. Sie lernen, wie Sie aus gesammelten Daten aussagekräftige Informationen gewinnen und diese verständlich darstellen.
  • Teamkommunikation. Das Modul vermittelt Techniken für eine effektive Zusammenarbeit im Team und Methoden, um die Zusammenarbeit zu reflektieren und zu verbessern. IN diesme Modul werden Projekte unterschiedlicher Auftraggeber von in- und ausserhalb der Hochschule bearbeitet.
  • Anwendungsprojekt 1. Sie arbeiten an realistischen Projekten aus unterschiedlichen Domänen und wenden Ihr Fachwissen praxisnah an. Dabei entwickeln Sie Lösungen für konkrete Anwendungen und stärken Ihre Projektmanagementkompetenzen. Die Projektergebnisse können Sie für Ihr Portfolio nutzen und so eine Grundlage für den Berufseinstieg schaffen.

2. Studienjahr

Im zweiten Studienjahr vertiefen Sie Ihre Kenntnisse im User-Centered Design und in der Webentwicklung. Sie lernen, wie nutzerzentrierte Gestaltung in Unternehmensprozessen verankert wird, und wenden agile Methoden wie Scrum und Kanban an.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem methodischen Arbeiten: Sie führen Usability-Tests durch, überprüfen Hypothesen und werten Daten statistisch aus. Technisch erweitern Sie Ihr Know-how in Webtechnologien (HTML, CSS, JavaScript), Servern und Datenbanken. Zudem arbeiten Sie mit Tools wie Figma und erstellen professionelle Designsysteme. All diese Inhalte wenden Sie in praxisnahen Projekten direkt an.

 

  • User-Centered Design 3 (Entwerfen & Evaluieren). Sie lernen, wie Sie Prototypen in unterschiedlichen Detaillierungsgraden erstellen und das Designwerkzeug Figma vertieft einsetzen. Ein zentraler Bestandteil des Moduls ist die Übertragung der Ergebnisse in strukturierte Designsysteme, um konsistente und skalierbare Lösungen zu entwickeln, die auch von AI-Tools zum Generieren von Frontends genutzt werden können.
  • Statistische & wissenschaftliche Grundlagen. In diesem Modul lernen Sie, qualitative und quantitative Daten aus Interviews, Beobachtungen und Usability-Tests systematisch auszuwerten. So gewinnen Sie fundierte Erkenntnisse für die Entwicklung benutzerfreundlicher Produkte. Ein Beispiel: Sie vergleichen zwei Designvarianten hinsichtlich ihrer Effizienz und Geschwindigkeit und leiten daraus konkrete Verbesserungen ab.
  • Nachhaltigkeit & Ethik. Das Modul versetzt Sie in die Lage, Ihre Designentscheidungen und Produktideen hinsichtlich ihrer sozialen und ökologischen Auswirkungen zu bewerten. Sei lernen Grundlagen der Technikethik und Methoden um die ökologische Nachhaltigkeit zu erheben. Durch Fallstudien und die praktische Anwendung ethischer Theorien lernen Sie, verantwortungsvolle Designlösungen zu entwerfen.
  • Web Engineering 1. In diesem Modul lernen Sie die Grundlagen der Webentwicklung praktisch kennen. Sie arbeiten mit den grundlegenden Technologien für Web-Frontends: HTML, CSS und JavaScript. Zudem erfahren Sie, wie die Kommunikation zwischen Frontend und Backend funktioniert und wie Sie diese mit asynchronem JavaScript umsetzen.
  • Anwendungsprojekt 2. Die Beschreibung findet sich im zweiten Semester.
  • User-Centered Design 4 (UX im Unternehmen). In diesem Modul geht es um die Bedeutung von nutzerzentriertem Design im Unternehmen. Dazu gehören Themen wie UX-Writing und die Entwicklung von Komponentenbibliotheken.
  • Ideation 1 (Entwicklungsprozesse). In diesem Modul lernen Sie die Rolle von UI-Design in agilen Entwicklungsprozessen kennen und verstehen, wie UI-Design und Softwareentwicklung optimal zusammenarbeiten. Sie erlernen praxisbewährte Methoden, um auch in schnellen, iterativen Entwicklungszyklen nutzerfreundliche und qualitativ hochwertige Lösungen zu gestalten.
  • Web Engineering 2. Das Modul baut auf dem vorhergehenden Modul auf und vermittelt vertiefte Kenntnisse in der Architektur von Webanwendungen. Sie erwerben Kenntnisse in Servertechnologien (z.B. NodeJS, Express) und befassen sich mit der Entwicklung von komplexen und barrierefreien Frontends.
  • Datenbanksysteme. Das Modul vermittelt Kenntnisse im Umgang mit relationalen und nicht-relationalen Datenbanksystemen (z.B. PostgreSQL, MongoDB). Sie programmieren Datenbankabfragen und entwerfen Schnittstellen zwischen Dankbank und Frontend.
  • Anwendungsprojekt 3. Die Beschreibung findet sich im zweiten Semester.
  • IKTS (Interdisziplinäres Kontextstudium; entsprechend gewähltem Modul). An der OST können Sie aus einem breiten Angebot an interdisziplinären Modulen wählen, die im Rahmen des IKTS (Interdisziplinäres Kontextstudium) angeboten werden. Dazu gehören Themen wie Artificial Intelligence (AI), Datenkompetenz oder der Einsatz von Technologien in verschiedenen Anwendungsbereichen. Diese interdisziplinären Module werden von unterschiedlichen Departementen angeboten.

3. Studienjahr

Im dritten Studienjahr widmen Sie sich fortgeschrittenen Themen und intensiver Projektarbeit. Sie setzen sich mit modernen Designprinzipien auseinander – von der Rolle Künstlicher Intelligenz über Mensch-KI-Interaktion bis hin zu Gamification und Persuasive Computing.

Ergänzend entwickeln Sie mit Methoden wie Design Thinking eigene Produktvisionen und vertiefen Ihre Erfahrung in professionellen Softwareentwicklungsprozessen.

  • User-Centered Design 5 (Human-Centered AI). In diesem Modul lernen Sie, wie Sie benutzerfreundliche Schnittstellen für KI-basierte Systeme gestalten. Dabei beschäftigen Sie sich mit der Interaktion zwischen Mensch und KI und entwickeln Konzepte, die Vertrauen, Transparenz und eine positive Nutzererfahrung fördern.
  • Ideation 2. In diesem Modul lernen Sie, wie Produktvisionen in konkrete Roadmaps überführt werden und welche Rolle Produktmanagement dabei spielt. Sie beschäftigen sich mit Methoden wie Design Thinking und User Research, um sicherzustellen, dass Ihre Konzepte reale Nutzerbedürfnisse adressieren. Ziel ist es, praxisnah Strategien für erfolgreiche Produkte zu entwickeln.
  • Web Engineering 3. In diesem Modul beschäftigen wir uns damit, wie komplexe Layouts mittels Webtechnologien umgesetzt werden.
  • Anwendungsprojekt 4.
  • Softwareentwicklungsprojekt 1.
  • User-Centered Design 6 (Persuasive Computing). In diesem Modul lernen Sie, wie digitale Systeme gestaltet werden, die Nutzer gezielt motivieren und beeinflussen. Sie beschäftigen sich mit Methoden und Prinzipien, um Interaktionen so zu entwerfen, dass sie gewünschte Verhaltensänderungen unterstützen. Beim Entwurf stehen ethische Aspekte und eine positive Nutzererfahrung im Mittelpunkt
  • Idation 3. In diesem Modul lernen Sie Methoden, um aus Daten aus der praktischen Nutzung von Produkten Verbesserungsvorschläge abzuleiten.
  • Anwendungsprojekt 5.
  • Softwareentwicklungsprojekt 2.
  • Software Engineering Projekt.

4. Studienjahr

Im vierten Studienjahr festigen Sie Ihr Fachwissen und bereiten sich auf den Abschluss vor. Sie erlernen wissenschaftliches Arbeiten, um Ihre Semester- und Bachelorarbeit professionell zu verfassen. Zudem reflektieren Sie im Modul «Technologie & Gesellschaft» die Auswirkungen technischer Innovationen.

In Ihren Abschlussarbeiten bearbeiten Sie praxisnahe Projekte, oft in interdisziplinären Teams, und setzen durch Wahlpflichtmodule persönliche Schwerpunkte.

  • Wissenschaftliches Arbeiten. Sie lernen Methoden wie strukturierte Literaturrecherche und wissenschaftliches Schreiben. Das Modul unterstützt Sie bei der Erstellung Ihrer Semester- und Bachelorarbeit.
  • Technologie & Gesellschaft. Das Modul beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen technischen Innovationen und der Gesellschaft. Hier entwickeln Sie die Fähigkeit, die gesellschaftlichen Auswirkungen Ihrer Arbeit kritisch zu reflektieren.
  • Semesterarbeit. Sie bearbeiten ein praxisnahes Projekt, dessen Thema von einer Firma oder in Zusammenarbeit mit Dozierenden gestellt wird. Die Arbeit erfolgt in Teams von zwei bis drei Personen, auch interdisziplinär mit Informatikstudierenden.
  • 2 Wahlpflichtmodule
  • 2 Wahlpflichtmodule
  • In der Bachelorarbeit wird ein grösseres Projekt bearbeitet. Die Bachelorarbeit unterscheidet sich von der Semesterarbeit durch den Umfang, die Tiefe der Analyse und den stärkeren Fokus auf wissenschaftliche Methoden.

Interdisziplinäres Kontextstudium

Neben den Pflichtmodulen können Sie im Interdisziplinären Kontextstudium Module wählen. Die Schwerpunkte dieser Module liegen auf den Themenbereichen Angewandte Künstliche Intelligenz, Klima und Energie und Gesund leben und altern.

Auslandssemester

Ob Studium, Praktikum oder Summer School: Ein Auslandsaufenthalt ist eine unvergessliche Erfahrung! Während eines Auslandsaufenthalts können Sie fachliche, interkulturelle und sprachliche Kompetenzen gezielt ausbauen. Das International Office unterstützt Sie bei allen Anliegen rund um Ihren Auslandsaufenthalt.

Angewandte Künstliche Intelligenz

Der Studiengang Digital Design vermittelt praxisnah, wie Menschen mit KI-basierten Systemen interagieren. Für die Gestaltung solcher Systeme genügt eine rein technische Perspektive nicht. Damit KI-Ergebnisse verständlich sind und Vertrauen schaffen, ist ein menschzentrierter Designprozess entscheidend. Der Studiengang beleuchtet auch die Rolle von KI in kreativen und gestalterischen Prozessen.