Farbstiftzeichnungen von Hans Schweizer

Im ebenerdigen Hörsaal 039 sind drei grossformatige Farbstiftzeichnungen des Malers, Grafikers und Bildhauers Hans Schweizer (*1942) ausgestellt, die den Fachhochschulturm abbilden. Dass die Zeichnungen mit dem Hochhaus der Fachhochschule nun in ebendiesem ausgestellt sind, im Innenraum die Darstellung der Hülle zu zeigen, hat etwas eigenartig Schönes. Wer in der Fachhochschule diese Zeichnungen sieht, hat gezwungenermassen das Motiv schon unmittelbar vorher – spätestens beim Betreten des Gebäudes – gesehen. Die drei Zeichnungen sind ein Kommentar und eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Gebäude. Das macht Hans Schweizer ohne moralische oder pädagogische Absicht. Als Hans Schweizer den Turm der Fachhochschule sah, erinnerte er sich an Toronto, wo ihn in den Jahren 1971 bis 1973 ein Stipendienaufenthalt hinführte. Dort standen sehr abstrakte Hochhäuser, ganz frühe ihrer Art, rahmenlos, ohne Fenster und rabenschwarz. Diese Gebäude schienen ihm damals ganz fremdartig, er fand die schwarzen Türme sehr kühn, gerade im Kontrast zu den üblichen kleinen, eingeschossigen Pionierhäusern aus Holz in der Umgebung. Der Fachhochschulturm vor seiner Jugendstilvillen-Kulisse, neben der St. Leonhardskirche, erschien ihm kühn und gewagt wie die Black Towers in Toronto. 

Der Turm neben dem Bahnhof ist in St. Gallen nicht nur beliebt. Aber kaum jemand findet die passenden Worte der Kritik dazu, dazu scheint die Sprache zu fehlen. Hans Schweizer fand die Türme anfänglich einfach normal, aufgrund der öffentlichen Kritik begann er sich jedoch mit dem Gebäude auseinanderzusetzen, auf den häufigen Fahrten mit den Appenzeller Bahnen über die berühmte und heute rückgebaute Ruckhalden-Kurve begann er sich anzunähern, das Gefallen am Gebäude wurde immer grösser und seine Sprache, sich darüber zu äussern, ist das Zeichnen.