Freiraumplanung, Geschichte und Theorie der Landschaftsarchitektur

Die Fachrichtung «Freiraumplanung» unterstützt die Gemeinden und Kantone bei der Planung und Entwicklung von Freiräumen innerhalb der Siedlungen. Die Fachrichtung «Geschichte und Theorie der Landschaftsarchitektur» untersucht historische und zeitgenössische Freiräume der Schweiz.

Die Fachrichtung «Freiraumplanung» unterstützt Gemeinden und Kantone bei der Planung und Entwicklung von Freiräumen innerhalb der Siedlungen und pflegt die Zusammenarbeit mit allen verwandten Fachgebieten innerhalb der OST. Die Forschung richtet sich auf qualitative und sozialräumliche Fragen u.a. bei der Entwicklung von Wohnumfeldern, Pocketparks, Siedlungsrändern, Wälder und therapeutischen Aussenräumen. Eine besondere Bedeutung für Planungsprozesse  hat die methodische Weiterentwicklung der Freiraumplanung (aktivitätsbasiert/integral/partizipativ) u.a. für die Analyse von Qualität und Versorgung in Agglomerationsgemeinden und Kleinstädten.

Die Fachrichtung «Geschichte und Theorie der Landschaftsarchitektur» untersucht historische und zeitgenössische Freiräume der Schweiz in ihrem kulturellen, gesellschaftspolitischen und theoretischen Kontext. Dabei unterstützt der Fachbereich Kantone, Städte, Gemeinden und EigentümerInnen. Schwerpunkte bilden die geschichtliche Aufarbeitung und Erfassung ausgewählter Anlagen und Regionen mit besonderer gartenkultureller Entwicklung. Neben historischen Anlagen widmet sich ein Projekt der zeitgenössischen urbanen Landschaftsarchitektur und der Analyse typischer konzeptioneller Ideen.

Aktuelle Projekte

Forschungsprojekt im Rahmen des Forschungsentwicklungsplan OST,
Reallabor Raum & Landschaft Schweiz

Den aktuell wachsenden Herausforderungen für die Freiraumentwicklung, die durch Starkregenereignisse, Hitzewellen, schwindende Biodiversität sowie durch Fragen der Erholung und des Zusammenlebens in urbanen Gebieten anfallen, kann bei zunehmender Dichte nur durch integrale Ansätze begegnet werden.

Verdichtungsprozesse müssen in Agglomerationen sorgfältig gesteuert werden. Grundlagen und Erkenntnisse zur Leistungsfähigkeit von Freiräumen liegen jedoch weitgehend in sektoraler Form vor. Für Innenentwicklungsprozesse muss der Blick auf das Freiraumsystem gestärkt werden, denn Freiräume bilden das Rückgrat der Urbanität. Die spezifische Bedeutung der einzelnen Räume sowie die Potenziale und Grenzen des Freiraumnetzes rücken im Zusammenhang mit Erhalt und Steigerung ökologischer, sozialer und ästhetischer Leistungen in den Fokus.  

Kern des interdisziplinären Projekts ist daher eine Dokumentation, eine Verknüpfung und eine Erweiterung der sektoralen Qualitätsdiskussionen für eine integrale Entwicklung von Freiraumtypen und -netzsystemen und die Bereitstellung methodischer Ansätze für die Planung. Die Vorgehensweise stützt sich auf Literaturrecherchen, Bestandsanalysen in Referenzquartieren und Testentwürfe im Sinne des OST-Reallabors. Die Implementierung in die Praxis erfolgt, indem Ansätze für eine hohe, integrale Leistungsfähigkeit entwickelt und die Verankerung im Planungsprozess bzw. -instrumenten empfohlen wird. Als Produkt wird ein Leitfaden vorgelegt, der die Anwendung in der Praxis ermöglicht.

Laufzeit
bis 2021

Projektpartner
Stadt Wil, SKK Landschaftsarchitekten

Projektleitung
Prof. Dr. Susanne Karn

Mitarbeit
Irina Glander, Dominic Fritschi, Christoph Küffer, Kevin Vega, Livia Buchmann (IRAP)

Der Forschungsbericht (PDF) kann via Mail angefragt werden: irina.glander@ost.ch
 

Über Umwege gelangte eine nennenswerte Anzahl Pläne des bedeutenden deutschen Gartenreformers Leberecht Migge ins Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur (ASLA), nachdem die Unterlagen unter anderem als Unterrichtsmaterial in der gärtnerischen Ausbildung verwendet worden waren. Im Rahmen des vorliegenden Projekts erfolgen die Einordnung des Planwerks in den aktuellen Forschungsstand sowie eine tiefergehende Analyse einzelner Gestaltungstypen. Darüber hinaus wird der Einfluss auf die Schweizer Gartenkultur untersucht, wofür verschiedene Curricula und Schülerarbeiten als Vergleichspaarmeter dienen.

Laufzeit
2018 – 2021

Finanzierung
SNF Schweizerischer Nationalfonds

Projektleitung
Prof. Dr. Susanne Karn

Mitarbeit
Gabi Lerch, Sophie von Schwerin
 

Die Parklandschaft Zugersee erstreckt sich am Westufer des Zugersees. Heute befinden sich hier Kultur- und Naturwerte für deren Entwicklung viele Generationen Sorge trugen: Sieben historische Gartenanlagen – St. Andreas, Solitude, Villette, Villa Merkur, Gut Freudenberg, Gut Aabach und die Halbinsel Buonas – liegen in einer Landschaft von nationaler Bedeutung. Die Parklandschaft kann als beispielhaftes, koordiniertes Engagement für eine Landschaft im urbanen Kontext gesehen werden. Die Voraussetzungen für die Parklandschaft wurden im 16. Jhd. durch die Absenkung des Seespiegels um mehr als zwei Meter geschaffen. Die Kultur- wie auch die Industriegeschichte der Region sind mit dieser Entwicklung eng verbunden und an der Parklandschaft ablesbar. Pflege und Gestaltung der Kultur und Naturlandschaft sowie der grosszügigen Parkanlagen ergänzten einander und schufen Qualitäten, die heute als Besonderheit von nationalem Wert gelten. Die Arbeit dokumentiert die Entwicklung dieser einzigartigen Parklandschaft und kann als Grundlage für die Vertiefung bestimmter Themenfelder sowie die Erarbeitung von Konzepten für Ausstellungen oder anderen Projekte zur Wissensvermittlung und Sensibilisierung herangezogen werden.
 

Laufzeit
abgeschlossen

Auftraggeber/Projektpartner
Baudirektion des Kantons Zug, Amt für Raum und Verkehr / Projektleitung: M. Brennecke

Bearbeitung
Irina Glander, Susanne Karn